Serie „Querbeet“ Artenvielfalt ohne Giftspritze in Meller Gärten

Von Conny Rutsch



Buer. Ein schöner Garten, gepflegter Rasen und saubere Rabatten, in denen ausgewählte Blumen, Stauden und Sträucher gedeihen, ist das Ziel vieler Gartenfreunde. Schädlinge werden nicht zuletzt mithilfe von Pestiziden fern gehalten. Das ökologische Gleichgewicht wird dadurch oft zerstört.

Ohne großen Aufwand kann sich der Hobbygärtner aber die Natur selbst zu Hilfe holen, um seine Rosen oder den Buchsbaum von unerwünschtem Schädlingsfraß zu befreien. Etliche Krabbeltiere lieben den Verzehr der im Garten verhassten Blattläuse und ihrer die Kulturpflanzen schädigenden Kollegen. Das viel zitierte Fressen und Gefressenwerden machen sich immer mehr Gartenbesitzer zunutze.

Der Marienkäfer ist an sich schon ein Sympathieträger. Mit einem Riesenhunger auf Blattläuse hilft sowohl das ausgewachsene Tier die Pflanzen von den grünen Schädlingen zu befreien, als auch seine noch viel gefräßigeren Larven. Einige Marienkäferarten vertilgen auch Spinnmilben und Schildläuse.

„Blattlauslöwe“

Den mächtigen Beinamen Blattlauslöwe trägt die Larve der Florfliege, die mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen die kleinen grünen Schädlinge vertilgt. Die erwachsenen Tiere nehmen auch gerne die als Gewitterfliegen bekannten Thrispe als Mahlzeit ein, die die Pflanzen durch Saftsaugen schädigen.

Die sogenannte Weiße Fliege, wie einige Arten der Mottenschildläuse genannt werden, sind das bevorzugte Fressziel der Schlupfwespen, die im Garten aber auch viele andere Schädlingsarten auf natürliche Weise in die Schranken weisen.

Aber nicht nur Insekten können dem Gärtner bei der Schädlingsbekämpfung helfen. Auch Säugetiere und Kröten machen so manchem ungeliebten Gast den Garaus. In der Nacht gehen Spitzmäuse mit ihrem charakteristisch langen Gesicht auf Jagd und zählen mit der Vertilgung von Larven, Schnecken und Würmern zu den wichtigsten Nützlingen. Der Igel darf ebenfalls im Garten nicht fehlen. Auch er liebt die wirbellosen Tierchen auf seinem Speisezettel, nimmt auch sogar Aas zu sich. Darf sich der Gärtner auch Teichbesitzer nennen, dann freut er sich über die Ansiedlung von Erdkröten und ihrer Verwandtschaft, denn als Schnecken- und Insektenjäger ist sie ihm herzlich willkommen.

Um die nützlichen Schädlingsfresser im Garten zu halten und über den Winter zu bringen, kann der Hobbygärtner eine Menge für sie tun. Nicht alle Äste und Zweige müssen auf die grüne Müllkippe, sondern bieten in ruhigen Gartenecken so manchem gerne gesehen tierischen Gast ein gemütliches Lager.

Ein toter Baum wirkt wie ein natürliches Insektenhotel. Im Laufe der Zeit kann der Gartenbesitzer gut beobachten, wie immer mehr Krabbeltierchen sich in Löchern und unter loser Rinde ihr Zuhause suchen.

Mehr Artenvielfalt ohne Giftspritze heißt die Devise für den heimischen Garten, auch wenn dieser dann nicht unbedingt in jeder Ecke wie ein typisch deutsches Wohnzimmer aufgeräumt aussehen muss.


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