Jährliche Reinigung wichtig Melle: Nistkasten ist Lebensraum vieler Tiere

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Nistkästen sind ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz. Foto: dpaNistkästen sind ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz. Foto: dpa

Melle. Einen Nistkasten in seinem Garten aufzuhängen ist wohl eine der beliebtesten Artenschutzmaßnahmen überhaupt. Wer mit wachsamen Augen das Geschehen rund um den beliebten Kasten beobachtet, weiß, dass nicht nur Vögel den Unterschlupf zur Brut nutzen.

Beliebt ist der Nistkasten auch bei sogenannten „Winterschläfern“ wie Siebenschläfer oder Haselmaus. Manchmal nutzen sogar Fledermäuse einen Nistkasten.

Auch Bewohner wie Hornissen, Florfliegen oder Flöhe, die eigentlich nicht dort erwartet werden, fühlen sich wohl. Mit dem eingeflogenen Nistmaterial der Vögel gelangen schließlich sogar Asseln, Hornmilben, Trauerfliegenlarven oder Springschwänze hinein.

Geschützter Brutplatz

Parasiten wie die Vogelmilben und -flöhe sind dagegen leicht zu übersehen, die Ritzen des Nistkastens nutzen Zecken oder Wanzen als Versteck. Um den Nistkasten von Parasiten zu befreien, ist eine jährliche Reinigung zu empfehlen. Diese kann im Spätsommer erfolgen, alternativ bietet sich das Winterende an.

Aber Achtung: Gerade zu Winterende können noch Winterschläfer im Kasten sein. Auch möglich: Frühbrüter haben schon Quartier bezogen. Deshalb ist es sinnvoll, den Nistkasten zunächst einige Tage zu beobachten.

Bevor er dann zur Reinigung von seinem Platz abgehangen wird, leicht gegen die Wände klopfen und vorsichtig öffnen. Sind keine Vögel oder Winterschläfer darin, kann der Kasten abgenommen werden.

Es ist sinnvoll, zur Reinigung Handschuhe zu tragen. Zudem sollte der Vorgang draußen stattfinden – denn die krabbelnden Bewohner des Nistkastens möchte wohl niemand in seinen heimeligen vier Wänden begrüßen.

Mit einem Handfeger wird der Innenraum einfach ausgefegt. Das reicht schon aus. Nur bei starkem Parasitenbefall sollte der Nistkasten zusätzlich mit klarem Wasser ausgespült werden. Wichtig ist, dass der Kasten danach aufgeklappt komplett durchtrocknen kann. Erst der trockene Nistkasten wird wieder an seinem Bestimmungsort aufgehängt.

Chemische Reiniger sollten nicht zum Einsatz kommen, denn sie schaden den künftigen Bewohnern und sind außerdem nicht umweltfreundlich.

Im Rahmen der alljährlichen Reinigung kann der Nistkasten ebenfalls gut auf eventuelle Sanierungsmaßnahmen überprüft werden. Sitzt der Aufhänghaken noch fest genug? Muss gegebenenfalls die Dachpappe oder eine Schraube erneuert werden?

Hängt der Nistkasten nach dem Frühjahrsputz wieder an Ort und Stelle, bietet er Meisen, Kleibern oder Sperlingen wieder einen geschützten Brutplatz. Und der begeisterte Gartenbeobachter kann sich schon bald am putzigen Treiben rund um die Nisthöhle erfreuen.


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