Der kleine Helfer im Garten Roboter-Rasenmäher sind in Melle auf dem Vormarsch



Melle. Roboter erobern die Gärten. Die Technologie ist schon alt aber erst in den vergangenen paar Jahren haben sich die kleinen Roboter in den Köpfen der Menschen festgesetzt.

„Der Boom begann vor zirka fünf Jahren, erinnert sich Heinz Avermann, Experte für Roboter-Mäher bei der Firma Stavermann in Melle-Gerden. Genaue Verkaufszahlen kann er nicht nennen, nur so viel: In den letzten Jahren haben sich die Zahlen jedes Jahr verdoppelt.“ Ein sehr leiser Motor, steigende Akkuleistung und sinkende Preise seien Gründe dafür. „Die Geräte sind leiser als elektrische Rasierer“, vergleicht Rainer Stratemeyer, Geschäftsführer von Stavermann. Trotzdem sei der Marktanteil noch sehr gering.

Dabei spreche einiges für die Anschaffung des kleinen Helfers. Das weiß auch Sebastian Schleufe, Abteilungsleiter bei Bauking Melle: „Man hat kaum Arbeit mit den Robotern. Der Eigentümer kann dem Mäher genau einstellen, zu welcher Zeit er von seiner Ladestation losfahren soll. Dann fährt der Mäher los und schneidet ohne Hilfe den Rasen.“ „Selbst bei Regen oder nachts rückt das automatische Schneidewerkzeug aus. „Nicht nur deswegen übersteigt die entstehende Freizeit die Anschaffungskosten“, meint Avermann.

Zudem schneide der Roboter nur wenige Millimeter vom Rasen ab. Durch dieses Mulchen fiele der Aufwand für die Entsorgung des Rasens weg. „Der Mäher kann jeden Tag rausfahren und ist deswegen schnell genug, um den Wuchs langer Halme zu verhindern, die aufgefangen werden müssten.“

Gleichmäßiger Teppich

Avermann weiß außerdem: Man braucht weniger Dünger, wenn der Mäher jeden Tag frische Biomasse auf der Fläche verteilt.“ Der Rasen bekomme dadurch eine gesunde, kräftige Farbe. Allerdings müsse man etwa ein halbes Jahr auf ein entsprechendes Resultat warten.

Den Zweiflern bringt Avermann ein weiteres Argument entgegen. „Viele Hobbygärtner wollen die symmetrischen Streifen auf dem Rasen sehen, die ein handbetriebener Mäher hinterlässt.“ Dabei sei gerade das das Ergebnis eines ungleichen Mäh-Ergebnisses. „Dort wo die Streifen zu sehen sind, ist der Rasen platt gedrückt und länger als an anderen Stellen. „Der Roboter schafft durch seine unregelmäßige Fahrt einen gleichmäßigen Teppich“, erklärt Avermann.

Der Mäher fährt nämlich nicht schnurgerade, sondern im Zickzack hin und her, bis er die ganze Fläche geschafft hat. Um nicht in die Beete oder gegen Bäume zu fahren muss der Gartenbesitzer vorher eine Kontaktschleife um die Rasenfläche verlegen, und auch Bäume abgrenzen. „Das Kabel braucht man nicht zu vergraben. Nach zwei Wochen ist es in den Rasen eingewachsen“, erklärt Schleufe. „Bei Gartenarbeiten braucht man aber keine Angst vor einem Stromschlag zu haben“, meint Avermann. Es fließe zwar ständig Strom, allerdings nur sehr wenig.

Preislich liegen die Roboter deutlich über akkubetriebenen Handmähern in vergleichbarer Größe. Während Handmäher etwa 200 bis 400 Euro kosten, sind „guter Roboter erst ab 1200 Euro zu haben“, so Avermann.

Jeder Hobbygärtner muss eben zwischen weniger Aufwand plus mehr Freizeit und höheren Kosten abwägen.


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