Die Gartenserie „Querbeet“ Von Bananen und Engelstrompeten in Melle

Paradiesvogelblumen, äthiopische Scheinbananen und Engelstrompeten überwintern in Bodo Müllers hellem und kühlen Hauseingang. Foto: Norbert WiegandParadiesvogelblumen, äthiopische Scheinbananen und Engelstrompeten überwintern in Bodo Müllers hellem und kühlen Hauseingang. Foto: Norbert Wiegand

Melle. Bodo Müller (61) ist ein Liebhaber exotischer Pflanzen. Schon in seiner Jugend war es für ihn besonders reizvoll, ganzjährig wärmebedürftige Gewächse durch den nordwestdeutschen Winter zu bringen.

Denn: „Es ist doch besonders schön, im Sommer eine zusätzliche Blütenpracht zu bewundern, die es sonst bei uns gar nicht geben würde.“ Mitte April kommen seine Exoten wieder an die frische Luft.

Paradiesvogelblumen

So hat er beispielsweise ein Exemplar der japanischen Faserbanane „Musa basjoo“ in seinem kleinen Ziergarten am Eickener Segelfliegerweg. Die im Spätherbst gestutzte Staude braucht allerdings einen soliden Schutzmantel, um sie vor starken Winterfrösten zu schützen. Deshalb hat Bodo Müller sie mit einer Mischung aus Laub, Moos, Stroh und anderen isolierenden Naturmaterialien eingepackt. Die stattliche Packlage wird von Jutesäcken und einer dicken Folie zusammengehalten.

„An warmen Apriltagen ohne Nachtfröste können sich die japanischen Bananenstauden wieder an die frische Luft gewöhnen“, freut sich Bodo Müller schon auf deren beeindruckend schöne Blüten im Sommer.

Ebenfalls im Freiland, aber an einer besonders geschützten Stelle an der Hauswand, rankt der Kiwi-Schlingstrauch von Bodo Müller. „Es gibt robuste Sorten, die in fortgeschrittenem Alter ohne Probleme jeden norddeutschen Winter überstehen,“ erklärt der Hobby-Gärtner. Es sei aber ratsam, die Kiwis in den ersten Jahren nach der Pflanzung bei strengen Frostperioden etwas abzudecken. Während die Kiwis eine durchaus schmackhafte Ernte bringen, sind die Bananen wegen der für sie zu kurzen Vegetationsperiode nicht zu genießen.

Das gilt auch für die äthiopischen Scheinbananen von Bodo Müller. Diese Enseten wachsen in großen Töpfen, die er im Keller und in einem dunklen Flur überwintert. Seine Feigen und Paradiesvogelblumen stehen gemeinsam mit Engelstrompeten recht kühl, aber frostfrei und hell im von drei Seiten verglasten vorgelagerten Hauseingang. Die im vergangenen Spätherbst genommenen Ableger der Engelstrompeten haben in ihren Vasen bereits Wurzelfäden und erste Blätter gebildet. Sie werden im Frühjahr in Töpfe gepflanzt.

Eine ganz riesige Engelstrompete, die im Vorjahr wegen ihrer Blütenpracht für Aufsehen in der Nachbarschaft gesorgt hatte, will Bodo Müller im Frühjahr im Freiland einpflanzen: „Eigentlich sollen die Engelstrompeten ja im Winter ins Haus geholt werden, aber meine sieben Jahre alte

Experiment steht an

Pflanze hat inzwischen einen viel zu großen Wurzelballen - selbst für den größten Topf. Deshalb will ich erstmals mit einer Freiland-Überwinterung experimentieren. Wenn es schief geht, dann habe ich ja immer noch mehr als genügend Nachkommen aus den Ablegern der Topf-Pflanzen.“


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