Meller Kreisblatt im Haar Friseur in Melle ersetzt Alufolie durch Zeitungspapier


Melle. Seit eineinhalb Wochen ist etwas anders im Friseur- und Laserstudio Leusche-Weigel in Melle-Mitte. Von Aluminiumfolie ist nichts zu sehen. Stattdessen liegen auf dem Frisiertisch jede Menge Zeitungsschnipsel.

Inhaberin Silke Leusche-Weigel setzt seit vergangener Woche auf Zeitungspapier statt Alufolie für das Färben von Strähnen und das Einarbeiten von Haarpflegeprodukten.

Das Ziel war zunächst nur der Naturschutz, denn Aluminium werde aus Bauxit hergestellt. „Um an das Bauxit zu gelangen, wird der Regenwald großflächig abgeholzt“, erklärt die Friseurin. Zudem sei die Herstellung sehr energieintensiv, und es entstünden teileise hoch giftige Gase. Aber: „Wir sind kein Bio- oder Öko-Friseur“, macht die Meisterin deutlich. „Wir haben es uns lediglich zur Aufgabe gemacht, möglichst auf unnötige Chemie zu verzichten und sie durch pflanzliche Inhaltsstoffe zu ersetzten“, erklärt die Chefin weiter.

Papier schont das Haar

Die Resonanz bei den Kunden ist gut, und weitere Vorteile des Zeitungspapiers zeichnen sich ab: „Es ist wesentlich angenehmer als die Alufolie. Die Folie war immer so schwer auf dem Kopf“, freut sich Kundin Annemarie Pruter. „Außerdem knistert die Folie nicht so. Man kann sich viel besser unterhalten und wenn nicht, hat man immer was zu lesen“, scherzt Gesellin Sarina Tiemeier. Auch die Druckerschwärze färbe, entgegen der Erwartungen, nicht ab.

Aus fachlicher Sicht eines Friseurs sind die Zeitungssträhnen ein Fortschritt. „Das Zeitungspapier ist viel griffiger als die Alufolie. Es rutscht nicht heraus“, erläutert Leusche-Weigel. „Wir haben festgestellt, dass sich besonders das Papier des ,Meller Kreisblatts‘ eignet“, so die Friseurin. Folierte Prospekte hingegen hätten die Druckerschwärze abgegeben oder seien durchgewichen. Außerdem schone Papier die Haare, weil sie darunter nicht so warm würden. Unter der Alufolie hätte sich die Wärme gestaut. Das schade den Haaren, mache sie spröde und trockne sie aus.

Komplett aus dem Sortiment ist die Alufolie aber noch nicht verschwunden. „Kommen Kunden, die lieber Alufolie haben möchten, nehmen wir auch die“, so die Meisterin. Bislang seien aber alle Kunden von der Zeitung überzeugt.

Einen zusätzlichen Reiz bietet eine Aktion des Salons: Wer eine Ausgabe des „Meller Kreisblatts“ mitbringt, bekommt den Preis der Zeitung als Rabatt erstattet.

Die Idee für die Zeitungssträhnen sei in der „Mixecke“, einer Friseurcommunity im Internet, aufgekommen. „Es würde mich freuen, wenn auch andere Friseure die Zeitungssträhnen entdecken“, hofft Silke Leusche-Weigel im Sinne des Umweltschutzes. Vielleicht gibt es ja Nachahmer.


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