Remarque hätte sich gefreut Stiftung kauft Eickmeyer-Bilder

Mit ihrer Unterschrift besiegelten Stiftungsdirektorin Sabine Schormann und Peter Eickmeyer den Ankauf. Gaby von Borstel und Thomas Schneider freuen sich über den erfolgreichen Vertragsabschluss. Foto: Christoph FrankenMit ihrer Unterschrift besiegelten Stiftungsdirektorin Sabine Schormann und Peter Eickmeyer den Ankauf. Gaby von Borstel und Thomas Schneider freuen sich über den erfolgreichen Vertragsabschluss. Foto: Christoph Franken

Melle. Nun ist es offiziell: Gestern kaufte die Niedersächsische Sparkassenstiftung Bilder und Skizzen des Meller Künstlers Peter Eickmeyer für das Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum (Osnabrück) an. Eickmeyer hatte den weltberühmten Remarque-Roman „Im Westen nichts Neues“ erstmals als Graphic Novel bebildert.

Damit sind nun die 82 großformatigen Gouachen samt der dazugehörigen über 100 Skizzen im Besitz des Remarque-Zentrums. Diese gemeinsam von Universität und Stadt Osnabrück getragene Einrichtung besitzt schon seit Langem auch das Original-Manuskript des Romans.

Die Vertragsunterzeichnung fand im Gebäude der Sparkasse Melle statt. Deren Vorstandsvorsitzender Frank Finkmann hatte sich ebenso wie Lioba Meyer, Vorstandsmitglied der Remarque-Gesellschaft, schon früh für den Ankauf durch die Stiftung eingesetzt.

Stiftungsdirektorin Sabine Schormann betonte, ihre Stiftung und deren Entscheidungsgremien seien angesichts mehrerer ineinandergreifenden Aspekte gemeinsam mit den Sparkassen im Osnabrücker Land zu einer Förderung von knapp 100000 Euro für das Gesamtkonzept bereit gewesen. „Unsere Stiftung unterstützt gerne Institutionen und hilft ihnen, ihre Sammlungen zu komplettieren“, sagte die Stiftungs-Chefin. Das sei mit den Bildern vor dem Hintergrund des Original-Manuskripts der Fall gewesen. Außerdem sprächen die „wunderbaren Arbeiten“ Eickmeyers als Graphic Novel insbesondere junge Leute an, die vermutlich mit dem Lesen des Ursprungsromans so ihre Probleme hätten. „So wird der schwierige Inhalt für junge Menschen aufgeschlossen.“ Neben den pädagogischen Gründen hätten aber auch zeitgeschichtliche, literarische und künstlerische Aspekte für den Ankauf gesprochen, der zudem auch einen musealen Ansatz verfolge.

Sabine Schormann und Thomas Schneider als Leiter des Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrums verwiesen darauf, dass die Bilder Eickmeyers nun auch nicht im stillen Kämmerlein verschwinden würden. „Das aktive Nachdraußentragen über Ausstellungen und das Arbeiten mit Schulen ist uns allen wichtig“, erklärte die Stiftungsdirektorin.

Schneider griff diese Worte auf: „Die Arbeiten Eickmeyers bleiben so zusammen, sind gesichert und werden nicht in alle Winde zerstreut.“ Zusätzlich könne das Remarque-Zentrum die Bilder und damit Remarque künftig national und international präsentieren. „Wir können das Werk also weiter in die Welt tragen, und das Spektrum reicht dabei von hochkarätigen Ausstellungen bis hin zu Schulprojekten“, hob der Remarque-Experte hervor.

Finkmann erinnerte an die Ausstellung in der Alten Posthalterei, wo Eickmeyer vor rund einem Jahr seine Bilder erstmals öffentlich gezeigt hatte. Lioba Meyer habe seinerzeit den Vorschlag für den Ankauf der Bilder gemacht, und er sei sofort Feuer und Flamme gewesen. Seitdem hatte Finkmann das Vorhaben tatkräftig unterstützt und unter anderem die Sparkassen des Osnabrücker Landes und die Stiftung mit ins Boot geholt.

„Als ich die Bilder erstmals in der Posthalterei sah, war mir sofort klar: Das müssen wir uns unbedingt als moderne Fortschreibung des Buches sichern“, sagte Lioba Meyer für die Remarque-Gesellschaft. Die frühere Bürgermeisterein Osnabrücks nutzte von da an ihre Kontakte, um das Projekt zu verwirklichen.

Die Bilder, die zur Zeit im Otto-Dix-Museum in Albstadt präsentiert werden, sollen im Herbst in Osnabrück an das Remarque-Zentrum übergeben werden.


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