Fackelwanderung zum alten Kalkofen Unterwegs auf den Spuren der Westerhausener Geschichte

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Mit Geschichten von anno dazumal unterhielt Bauer Edu (ganz vorne) die Fackelwanderer.Foto: Christina WiesmannMit Geschichten von anno dazumal unterhielt Bauer Edu (ganz vorne) die Fackelwanderer.Foto: Christina Wiesmann

Oldendorf. Nieselregen und Kälte: Beste Voraussetzungen also für einen deftigen Teller Grünkohl. Doch bevor die 4. Westerhausener Grünkohlmahlzeit im Gasthaus Hubertus serviert wurde, erkundeten die knapp 130 Teilnehmer auf Schusters Rappen die Geschichte ihres Ortes.

Mit Einbruch der Dunkelheit wurden die Fackeln entzündet, die den Wanderern den Weg wiesen. Organisiert wurde die Fackelwanderung wie eh und je in guter Gemeinschaft vom TSV Westerhausen-Föckinghausen und vom Heimat- und Verschönerungsverein Westerhausen-Föckinghausen.

„Im letzten Jahr war die Industrie das Thema bei der Fackelwanderung“, verriet Bauer Edu (Eduard Meyer zu Eißen). „In diesem Jahr geht es damit weiter.“

Für die kleine Rast zwischendurch waren die Fackelwanderer bestens gerüstet. Denn: Mit der obligatorischen „Marschverpflegung“ zuckelte der Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins, Josef Holtkamp, auf dem alten luftgekühlten Deutz hinter der Truppe her.

Thema Kalkverarbeitung

Vom Treffpunkt Heimathaus/Sportplatz Ebbergeweg führte der Weg zuerst noch ohne Fackeln zum Hof Lübker. Bauer Edu erklärte, dass dort anno dazumal der Hof Berner stand, der die Hausnummer zwei trug. Dieser wurde jedoch abgerissen. Spannendes Detail: Die Hausnummer zwei erhielt später der Bahnhof Westerhausen, der im November 1855 offiziell in Betrieb genommen wurde.

Weiter ging es zum Kalkofen, wo Bauer Edu allerhand über das Kalkbrennen an sich und die Kalkverarbeitung im Besonderen zu erzählen hatte. Im Ort wurde nämlich schon lange vor der Jahrhundertwende 1900 in Steinbrüchen der heimische Kalkstein gebrochen, der zum Bau von Häusern und Wegen genutzt wurde.

Nächster Punkt auf der Fackelwanderung war der Hof Trimpe (Hausnummer drei), wo eine kleine Rast eingelegt wurde, ehe es vom Westerhausener Berg wieder hinunter in die Ortsmitte ging.

Über den Ochsenweg, vorbei an der Schule führte der Weg schließlich zum Gasthaus Wiesehahn. Dort wartete auf die hungrigen Fackelwanderer die mittlerweile vierte deftige Westerhausener Grünkohlmahlzeit. Und weil es eben mittlerweile Brauch ist, wird in Westerhausen – passend zur Grünkohlmahlzeit – ein Grünkohl-Königspaar gewählt. Als Majestäten bestiegen Grünkohlkönig Andre I. Winkler und Grünkohlkönigin Gabi I. Eilhard den örtlichen Grünkohlthron.


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