Verletzungen an Silvester Meller Unfallchirurgen raten zur Vorsicht

Warnt vor Verletzungen durch Böller: Dr. Guido Hafer, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie am CKM.

            

              
              Foto: Niels-Stensen-KlinikenWarnt vor Verletzungen durch Böller: Dr. Guido Hafer, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie am CKM. Foto: Niels-Stensen-Kliniken

Melle. Jedes Jahr verletzen sich unzählige Menschen in der Silvesternacht beim Anzünden von Feuerwerkskörpern und Böllern. Wie man im Notfall richtig handelt, erklären Guido Hafer, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie am CKM, und der Oberarzt Felix Meier.

Oft liegen nur Sekunden zwischen einem lustigen Silvesterabend und einer Katastrophe. Brandverletzungen, Augenverletzungen und Knalltrauma sind die häufigsten Verletzungen in der Silvesternacht.

„Sollte sich ein Kind oder auch Erwachsener an einem Feuerwerkskörper verbrannt haben, ist sofortige Kühlung mit Wasser die beste Erstmaßnahme“, erklärt Felix Meier, Funktionsoberarzt an der Klinik für Unfallchirurgie am CKM . Die ersten eineinhalb Minuten seien dabei entscheidend, um die Folgen der Verletzung zu mindern. Länger zu kühlen helfe in der Regel, die Schmerzen zu lindern.

Bloß keine Brandsalbe

Bei größeren Wunden, die länger gekühlt werden, rät Guido Hafer, Chefarzt der Unfallchirurg, nicht zu kaltes Wasser zu benutzen, um eine Unterkühlung zu vermeiden. 20 Grad, so der Experte, sollten zur lokalen Behandlung reichen. Von Brandsalben rät er jedoch dringend ab. „Sie können einen Fettfilm auf dem möglicherweise nässenden Wundbereich bilden“, so Hafer.

Bei größeren Wunden, die mit Taubheit, Abblassen, Blasenbildung oder sogar Verkohlungen einhergehen, gilt nur eines: sofort ins Krankenhaus. Derartige Verletzungen müssen chirurgisch behandelt werden. Bis der Notarzt und Rettungswagen eintreffen, sollte weitergekühlt werden.

Auch Verletzungen in sensiblen Bereichen wie Auge, Nase oder Mund müssen vom Notarzt versorgt werden. „Fremdkörper in den Augen müssen umgehend augenärztlich abgeklärt werden“, empfiehlt Oberarzt Meier. Nur so könnten Entzündungen oder gar Erblindung des Auges vermieden werden. „Dies gilt insbesondere, da in den Feuerwerkskörpern auch Metallteile sein können“, sagt der Unfallchirurg.

Insgesamt könne man nicht vorsichtig genug sein, sind sich die Meller Chirurgen einig.


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