Experte gibt Tipps Meller Feuerwehr: Hände weg von „Polenböllern“

Lebensgefährlich kann der Umgang mit nicht zugelassenen Silvesterböllern sein. Foto: dpaLebensgefährlich kann der Umgang mit nicht zugelassenen Silvesterböllern sein. Foto: dpa

Melle. Sicherheit geht beim Silvesterfeuerwerk vor: Darum gibt Martin Dove, Pressesprecher der Feuerwehr Melle, noch einmal Ratschläge rund um Böller und Co, die dringend beherzigt werden sollten. Außerdem warnt er vor sogenannten „Polenböllern“.

Die stehen insbesondere bei Jugendlichen hoch im Kurs und die offenen Grenzen machen die Einfuhr der in Deutschland verbotenen Sprengkörper relativ einfach. In Polen kann jeder die Knaller mit peppigen Namen wie „Revolution“ und „DumBum“ für ein paar Euro einkaufen. Zwar hat allein das Frankfurter Hauptzollamt bislang mehr als eine halbe Tonne dieser gefährlichen Böller sichergestellt, aber die Dunkelziffer eingeführter Munition dürfte entsprechend hoch sein. „Abgetrennte Finger, zerrissene Hände oder andere schwere Verletzungen sind in diesem Zusammenhang leider keine Seltenheit“, berichtet Polizeisprecher Marco Ellermann von der Polizeidirektion Osnabrück. Und: Nur Volljährige dürfen überhaupt Böller abbrennen.

Martin Dove weiß, warum diese Import- Knaller aus Polen so brandgefährlich sind. „Sie können unter anderem Schwarz-, Metallpulver und andere Substanzen enthalten und die können beim Entzünden schwere Verletzungen verursachen“, erklärt er. „So sind beispielsweise Zündschnüre bei Pollenböllern nicht abgenommen und daher die Brenndauer mit anschließender Zündung nicht vorherzusagen“, betont Dove.

Aber nicht nur Polenböller sind gefährlich, auch legale Knaller können bei falscher Handhabung Unheil anrichten. Der Brandschutzexperte rät daher, Systemfeuerwerke zu kaufen. Nach dem Entzünden habe man bei diesen Feuerwerken sechs bis bis acht Sekunden Zeit, sich zu entfernen. Jede Art von Böllern sollten nach Möglichkeit mit Zündlichtern, Stabfeuerzeugen oder langen Zündhölzern angesteckt werden.

Als Startrampen für Raketen empfiehlt der Löschmeister eine leere Kiste mit Flaschen zu nutzen, damit die Flaschen einen sicheren Stand haben. „Fällt eine einzelne Flasche mit einer gezündeten Rakete um, birgt das eine riesige Gefahr“, sagt Dove. Die Rakete schieße dann wie ein Geschoß unkontrollierbar durch die Gegend und könne Umstehende schwer verletzen. Das Spektrum solcher Verletzungen reicht dabei von teilweise irreversiblen Schäden am Gehör und Augen oder bösen Verbrennungen bis hin zu abgerissenen Fingern (siehe auch die Seite 15). Aus diesem Grund sollten auch Raketen und Feuerwerkskörper wie Kanonenschläge und Böller nie aus der Hand gestartet werden, sondern immer von einem festen Untergrund aus.

Überdies verwies Dove auf oft übersehene Kleinigkeiten, die aber gerade in der Silvesternacht beachtet werden sollten. So sollten alle Mülltonnen geschlossen sein, damit eine irregeleitete Rakete oder ein doch leichtsinnig geworfener Böller keinen Brand entfache. Aus demselben Grund sollten auch Dachluken, Balkontüren und Fenster während der Knallerei geschlossen bleiben.

Auch die Balkone in Melle hat Dove im Blick: „Nehmen Sie brennbare Gegenstände vom Balkon und stellen Sie zur Sicherheit einen Feuerlöscher oder einen Eimer Wasser bereit.“

Kommt es dennoch zu einem Brand, rät Dove, die Tür zu dem brennenden Raum zu schließen, um eine Brandausbreitung zu verhindern, und dann die Feuerwehr zu rufen.


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