Eine „rundum gute Sache“ Verbesserungen im Meller Familienpass

Der Familienpass bietet sozial schwachen Familien in Melle viele Vorteile. Foto: Kirsten MuckDer Familienpass bietet sozial schwachen Familien in Melle viele Vorteile. Foto: Kirsten Muck

Melle. Es ist eine Frage, über die sich Sozialpolitiker seit Jahren die Köpfe zerbrechen: Wie können wir Kinder aus sozial schwachen Familien besser teilhaben lassen? In Melle gibt es deshalb den Familienpass. Doch viele Familien wissen gar nicht, dass es den Pass gibt und dass sie ihn für ihre Kinder nutzen können.

Der Sportverein, der Musikunterricht, der Ausflug mit dem Ferienpass, der Besuch der Waldbühne – das alles kostet Geld. Und für viele Familien sind selbst kleine Beiträge wie sieben Euro für den Sportverein zu viel. Damit die Kinder trotzdem Sport machen, ein Instrument erlernen oder in Vereinen aktiv werden, unterstützt die Stadt dies mit dem Familienpass. 420 dieser Pässe wurden in diesem Jahr ausgestellt.

Kinder stärken

90000 Euro stehen pro Jahr für Hilfen, die über den Familienpass laufen, zur Verfügung. „Wir wollen das Geld nutzen, um Kinder zu stärken“, erklärt Heiko Grube, Vorsitzender des Sozialausschusses . Deshalb habe ein Arbeitskreis mit Politikern aller Fraktionen auch viel diskutiert und Vor- und Nachteile sorgfältig abgewogen. Herausgekommen ist eine „rundum gute Sache, die breit getragen wird“, sagt Grube. Denn über Fraktionsgrenzen hinweg seien sich alle einig, dass die Stadt den Kindern aus sozial schwachen Familien helfen müsse.

Neu ist ab dem 1. Januar beispielsweise die Erhöhung einer Zuwendung anlässlich einer Geburt. Zur Geburt des ersten Kindes bekommen sozial schwache Familien einmalig 250 Euro von der Stadt. Für das zweite Kind gibt es 200, für das dritte 150 und für jedes weitere Kind 100 Euro.

Mit der Zahlung des Zuschusses ab dem ersten Kind soll vor allem den höheren Ausgaben Rechnung getragen werden. Denn die Babyausstattung ist beim zweiten, dritten oder vierten Kind in der Regel schon da. Das erste Kind ist immer das Teuerste.

Soziale Kontakte knüpfen

Außerdem hat der Arbeitskreis beschlossen, die Anmeldegebühr von fünf Euro für den Ferienpass zu übernehmen. Das gilt natürlich für Kinder, deren Eltern einen Familienpass haben. Möchten die Kinder dann eine Ferienpass-Aktion besuchen, zahlen sie nur einen ermäßigten Preis. Die Kosten für ausgewählte Veranstaltungen wie Fahrten in einen Freizeitpark übernimmt die Stadt sogar zur Hälfte. „Wir wollen Kindern die Chance geben, über den Ferienpass mal eine Sportart auszuprobieren oder an einer Fahrt teilzunehmen und so soziale Kontakte zu anderen Kindern zu knüpfen“, erklärt Grube. Gerade in den Ferien, wenn andere Kinder in den Urlaub fahren, sind Aktivitäten wie der Ferienpass wichtig.

Weichen stellen

In den Genuss des Familienpasses kommen Familien, deren Einkommen unter einer Mindestgrenze liegt. So darf eine Familie mit einem Kind, die weniger als 23100 Euro brutto im Jahr verdient, den Familienpass beantragen. Bei zwei Kindern steigt die Grenze auf 27700 Euro und bei drei Kindern auf 32670 Euro. Für jedes weitere Kind erhöht sich die Einkommensgrenze um 5060 Euro, für jedes behinderte Kind um 5100 Euro. Außerdem gibt es Zuschüsse zu den Kitagebühren.

Heiko Grube glaubt, dass die Stadt mit dem Familienpass Weichen stellen kann. „Für jedes Kind, das wir erreichen, lohnt es sich“, erklärt er überzeugt.

Fragen zum Familienpass beantwortet in der Stadtverwaltung Katharina Schwermer unter der Telefonnummer 05422/965476.


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