Nach Umgestaltung in Riemsloh „Abenteuerplatz“ vor der Kirche in Meller Stadtteil

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Schiefes Schild, eingezäunte Bäume: Anwohnerin Jutta Bonhaus zeigt die Situation. Foto: Christina WiesmannSchiefes Schild, eingezäunte Bäume: Anwohnerin Jutta Bonhaus zeigt die Situation. Foto: Christina Wiesmann

cew Riemsloh. Der Platz zwischen der St.Johann-Kirche, dem Pfarrheim und dem Kindergarten entwickelt sich laut Anwohnerangaben langsam aber sicher zum Abenteuerplatz.

„Das hier grenzt schon fast an Comedy“, schmunzelt Jutta Bonhaus gequält. Sie ist Anwohnerin und fragt sich mit einigen anderen Riemslohern bisweilen, was es mit der Umgestaltung des Platzes eigentlich auf sich hat.

Die Parksituation ist an besagter Stelle sowieso eher schwierig. Schließlich kommen Besucher zum Pfarrheim, andere wollen in die Kirche und die Eltern wollen ihre Kinder aus dem Kindergarten abholen. All das ist auf dem eh schon kleinen Stück problematisch. Nun wurde die Fläche noch kleiner.

Wie kam es dazu? „Ein Baum wurde dort aus einer Baumreihe entfernt, weil er krank war“, erklärt die Anwohnerin. „Wir waren froh, dass die anderen Bäume stehen blieben, denn ursprünglich sollten alle weg.“ Da die verbliebenen Bäume mehr Wasser benötigen, beschloss der Kirchenvorstand, die Durchfahrt zwischen den Baumriesen zu sperren, damit sich der Boden nicht weiter verdichtet. Dazu wurden massive Steinpfeiler um die Bäume herum gesetzt und mit einer Metallkette verbunden. Was in der Theorie als einleuchtend erschien, ist aber in der Praxis mit allerlei Problemen verbunden. „Die Durchfahrt zwischen den Bäumen hindurch wurde stets genutzt“, erklärt Jutta Bonhaus weiter, „nun gibt es Kirchenbesucher, die sich gar nicht mehr her trauen, weil hier zu wenig Platz zum Wenden ist.“ Es habe auch schon zahlreiche Blechschäden gegeben, weil Autos beim Wenden gegen die Pfeiler stießen. Jutta Bonhaus: „Zwei Pfeiler liegen angebrochen seit dem Sommer unter den Bäumen, nur die Kette wurde umgehängt.“ Gefährlich ist vor allem, dass der abgebrochene Rest eines Exemplars in der Erde verblieben ist und knapp fünf Zentimeter herausragt – eine schlimme Stolperfalle.

Und die älteren Damen und Herren, die mit ihren Rollatoren zur Caritas hinter der Kirche unterwegs sind? Die können sich ebenfalls keine Pause auf den Bänken unter den Bäumen mehr genehmigen. Denn dafür müssten sie erst einmal sportlich einen halben Meter hoch über die massive Kette hüpfen.

Mit Humor nahmen die Anwohner auch das Schild, das ein Durchfahrtverbot zu einem Anliegergrundstück kennzeichnet - es ist in knapp drei Metern Höhe angebracht. „Vielleicht“, überlegt die Anwohnerin, „wird ja doch mal ein Kind mit dem Traktor oder Mähdrescher zum Kindergarten gebracht – der Fahrer könnte es in dieser Höhe jedenfalls gut erkennen.“

Stephan Schulke, Sprecher des Bauausschusses des Kirchenvorstandes, sagt: „Wir wissen von dem Problem. Die Bänke sollen entfernt und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.“ Er verweist darauf, dass mit dem neu gewählten Kirchenvorstand dringend nach einer Lösung gesucht wird. Er wünscht sich, dass konkrete Vorschläge an den Kirchenvorstand herangetragen werden. „Das persönliche Gespräch ist da wohl am effektivsten.“


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