Frauenband „medlz“ begeisterte Ein poppig-besinnlicher Adventsabend in Melle

Ebenso andächtig wie fetzig lieferten Sabine, Maria, Silvana und Nelly (von links) – die „medlz“ – ihr Weihnachtskonzert in Buer ab. Foto: Conny RutschEbenso andächtig wie fetzig lieferten Sabine, Maria, Silvana und Nelly (von links) – die „medlz“ – ihr Weihnachtskonzert in Buer ab. Foto: Conny Rutsch

Buer. Die „medlz“. Mehr muss eigentlich nicht gesagt werden. Zum dritten Mal füllten sie die Bueraner Martini-Kirche mit 600 Zuhörern bis auf den letzten Platz. Zum 3. Advent brachten die Dresdnerinnen ihr neues Konzertprogramm „Wenn es Winter wird“ mit in den Grönegau.

Mit dem stimmungsvollen Weihnachtslied „Vom Himmel hoch“ sangen sich die vier Frauen zum Altarraum. „Die Vorfreude auf die medlz währte ein Jahr und drei Wochen“, begrüßte Martinimusikorganisator Matthias Breitenkamp die A-cappella-Gruppe. Und die Frauen konterten: „Der hohe Dom ist voll geworden.“

Und dann sangen sich die Musikerinnen in die Herzen, zumindest in die derjenigen Zuhörer, die sie noch nicht gehört hatten. Die meisten feierten sie schon nach den ersten Tönen. Frenetische Ovationen gab’s nach dem dritten Lied wie bei anderen Konzerten erst zum Ende. Das lateinisch-deutsch gesungene „Adeste fideles“ gleich zu Beginn des Konzertes brachte das perfekte Weihnachtsgefühl in die Kirche. Die wunderschönen Weihnachts- und Winterlieder wie „Leise rieselt der Schnee“ oder „Es ist ein Ros entsprungen“, wunderbar traditionell und lupenrein gesungen, wechselten sich mit fetzigen Arrangements ab. Die „medlz“ machen die Weihnachtstradition mit ihren respektvoll poppig hergerichteten Songs zu einem Erlebnis der besonderen Art. Mit Klanghölzern und der Cajon als Schlagzeug hin und wieder werten sie die sentimentalen Weihnachtsmelodien auf ihre ganz eigene Art modern auf. Und das Publikum dankte es ihnen mit Applaus ohne Ende.

Aber die vier Frauen sind mit ihren Interpretationen keineswegs auf Effekthascherei aus. Das „Ave Maria“ von Bach/Gounod singen sie derartig seelenanrührend, dass niemand auf die Idee käme, die Klavierbegleitung zu vermissen. Die Stimmen passen wunderbar zusammen, und der „Buzzer“, eine elektronische Verstärkung der tiefen Stimme, ist eine Superidee, eine Basslinie zu zaubern, die Frauen naturgemäß sonst fehlt. Selbstverständlich warteten die Fans sehnsüchtig auf das „O Tannenbaum“, vielsprachig und witzig und sächsisch endend. Große Klasse, dieses Augenzwinkern Richtung Osten.

Perfekte Lichtshow

Aber nicht nur musikalisch hatten Nelly, Maria, Sabine und Silvana Überraschungen parat. Aus XXL-Jutesäcken durfte sich jeder Zuhörer ein Zellophanbeutelchen mit einem echten Ministollen einer Dresdner Bäckerei greifen. Knistern wie im vereisten Winterwald war die Folge. Und immer wieder wechselten die Klassiker wie „Maria durch ein Dornwald ging“ sich mit rhythmisch zum Mitklatschen unterlegten Klassikern ab. Für „Tochter Zion“ gab’s die ersten Trampler. Die Begeisterung nahm kein Ende.

Erst mit „Stille Nacht, heilige Nacht“ ohne Mikros ganz pur trat wenigstens einen kurzen Moment Stille in der Kirche ein, bevor die „medlz“ am Ausgang weitergefeiert wurden. Nicht nur nebenbei soll erwähnt werden, dass auch die Lichtshow samt Bühnennebel und die Tonmischung perfekt gelangen, ein Augen- und Ohrenschmaus im Gesamtpaket.


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