Zehn Millionen Euro investiert Arbeitskreis besichtigt Meller Küchenhersteller Nolte

Von Marita Kammeier

Die Produktion bei Nolte Küchen erklärt Thomas Ossowski (links) dem Arbeitskreis Schule und Wirtschaft im Gewerbegebiet Bruchmühlen. Foto: Marita KammeierDie Produktion bei Nolte Küchen erklärt Thomas Ossowski (links) dem Arbeitskreis Schule und Wirtschaft im Gewerbegebiet Bruchmühlen. Foto: Marita Kammeier

Bruchmühlen. Zwei Roboter fertigen in den neuen Hallen enorme Mengen an Arbeitsplatten in fünf Minuten, wofür Menschen vorher 45 Minuten brauchten. Das und vieles mehr haben die Mitglieder des Arbeitskreises Schule und Wirtschaft bei der Besichtigung von Nolte Küchen erfahren.

Ein spannendes Programm mit Einblick in die Produktion und Tourenplanung eines der größten deutschen Küchenmöbelherstellers erwartete die Gruppe im Gewerbegebiet Bruchmühlen. Die im Jahr 1923 von Georg Nolte gegründete Fabrik begann zunächst mit der Herstellung von Polierscheiben, bevor es einige Jahre später mit Küchenmöbel weiterging.

Sein Sohn Konrad Nolte ließ als erster Möbelproduzent die Fließbandfertigung einführen und startete 1958 mit 60 Mitarbeitern die Firma Nolte Küchen. Heute fertigt der Küchenhersteller auf einer Produktionsfläche von 100000 Quadratmetern an den Standorten Melle und Löhne. Von den 1100 Mitarbeitern sind 600 im Bruchmühlener Werk beschäftigt.

In den Lager- und Logistikhallen radelten immer wieder freundlich grüßende Mitarbeiter auf Fahrrädern an der Besuchergruppe vorbei. „Bei den großen Entfernungen zwischen Verwaltung und Produktion ist das schneller“, erklärte Leiter Thomas Ossowski und führte fort: „Es ist eine logistische Meisterleistung der Koordination, aus so vielen Einzelteilen und Zuliefererfirmen zeitnah die Küchen nach Wunsch der Kunden zusammenzusetzen.“

700 bis 750 Küchen verlassen täglich auf 45 Fahrzeugtouren das Werk in Bruchmühlen. Mit zwei neuen Hallen und einer Investition von zehn Millionen Euro hat Nolte den niedersächsischen Standort um 15000 Quadratmeter erweitert. Das Ziel ist es, zwei Produktionslinien ebenso zusammenzuführen wie das Frontenlager mit einem Warenwirtschaftssystem zu optimieren.

Bis Mitte 2015 sollen die restlichen Fronten aus dem Löhner Werk abgezogen und soll der rege Pendelverkehr über die Autobahn reduziert werden. In Westfalen sei das Werk durch Wohnhäuser eingeengt, sodass keine Erweiterung der Produktion möglich gewesen sei, berichtete der Leiter.

„Hier in Bruchmühlen läuft alles just-in-time. Wir machen jeden Tag Kopfstände, um alles rechtzeitig ausliefern zu können. So eine Einbauküche besteht aus 50000 Einzelteilen und ist zum Preis von 3000 Euro inklusive Elektro-Teile zu haben. Nach oben gibt es jedoch keine Grenze“, betonte der Fachmann.

Die Arbeitskreismitglieder staunten bei der Besichtigung über die effiziente Materialverteilung und die einheitliche Lagerstruktur. Führerlose Transportsysteme ersetzen den Gabelstapler und das Programm „put-by-light“ führt den Mitarbeiter mit dem Tablet PC durch die riesigen Lagerhallen und zeigt ihm per Lichtstrahl, wo die benötigten Teile stehen. „Die Fehlerquote liegt bei unter einem Prozent“, erläuterte Thomas Ossowski.

Beeindruckend wirkten auf die Besucher auch die beiden Roboter. Sie produzieren 500 Arbeitsplatten mehr und ersetzen somit zehn Arbeitskräfte.