An Grabungen in Türkei beteiligt Ein Drohnenpilot aus Wellingholzhausen

Von Heike Dierks


Wellingholzhausen. Wenn Fabian Röhr nicht auf dem Fußballplatz steht, dann betrachtet er die Welt womöglich gerade von oben. Der Stürmer des Kreisligisten TV Wellingholzhausen studiert Geoinformatik. Der 24-Jährige hat kürzlich Ausgrabungen in der Türkei begleitet – als Pilot von Drohnen, die Luftbilder liefern.

Die Geoinformatik-Crew der Universität Münster hat im Oktober zwei Wochen lang das Grabungsprojekt nahe der türkischen Metropole Gaziantep unterstützt: Mit zwei Drohnen wurden in 15 und in 160 Metern Höhe Luftbilder gemacht von der bedeutenden Tempelanlage der Antike.

Das rund 180 mal 200 Meter große Areal ist im Laufe verschiedener Epochen mehrfach überbaut worden. Die Aufnahmen dienen der Dokumentation der Grabungen. So entstehen 3-D-Modelle.

Fabian Röhr ist der Pilot dieser selbst gebauten Drohnen, an denen eine Kamera befestigt ist. Er steuert die Geräte, die im Flug ständig Daten zu Höhe, Temperatur und vielem mehr liefern. Der junge Mann aus Wellingholzhausen kontrolliert die Position des Flugkörpers auf dem Laptop. Der Großteil seiner Tätigkeit besteht darin, die gelieferten Daten weiter zu verarbeiten.

Der Geoinformatik-Student hat nach 2013 nun bereits zum zweiten Mal an den aufwendigen Grabungen in der Türkei teilgenommen. Teams von Archäologen, Architekten und Restauratoren aus halb Europa waren daran beteiligt. Das fächerübergreifende Team vom Institut für Archäologie der Uni Münster war in einem eigenen Grabungshaus untergebracht. „Diese praktische Arbeit ist eine schöne Erfahrung“, sagt der 24-Jährige. Er sei nicht archäologisch vorgebildet, die Geoinformatiker leisteten quasi Amtshilfe.

„Heiß und staubig“

Die Arbeitsbedingungen in der Südosttürkei unweit der syrischen Grenze waren dabei nicht einfach. „Es war heiß und staubig.“ Er habe viele syrische Autos und auch Flüchtlinge gesehen, aber von kriegerischen Handlungen in dem Nachbarland direkt nichts mitbekommen. Von 7.30 bis 17 Uhr wurde täglich gearbeitet. An seinem freien Sonntag hat Röhr einen Basar in Gaziantep, der sechstgrößten Stadt der Türkei mit knapp zwei Millionen Einwohnern, besucht.

Röhr weiß noch nicht genau, welchen beruflichen Weg er nach dem Studium einschlagen möchte. Das Vermessungswesen ist heutzutage eine sehr gefragte Berufssparte. Die Arbeit der Geoinformatiker ist wichtig für Kartenanwendungen. Vielleicht wird sich Röhr einmal mit der Verbesserung von Navigationsgeräten befassen.