Neubau entsteht Ex-Disco an der Meller Bahnhofstraße wird abgerissen

Von Konstantin Stumpe

Ende einer langen Geschichte: Fabrik, Disco, Fitnesstudio. Vielseitig genutztes Gebäude an der Bahnhofstraße wird abgerissen. Foto: Konstantin StumpeEnde einer langen Geschichte: Fabrik, Disco, Fitnesstudio. Vielseitig genutztes Gebäude an der Bahnhofstraße wird abgerissen. Foto: Konstantin Stumpe

Melle. In den 90er Jahren war das Haus an der Bahnhofstraße Nummer vier ein Partytempel. Danach übernahm das Fitnessstudio „Fit & Fun“. Feiern und für den perfekten Körper schwitzen wird an diesem Ort in Zukunft sicherlich nicht mehr möglich sein.

Laufbänder und Hantelbänke sind seit dieser Woche Bagger und Bauschutt gewichen. Schon vor zwei Wochen musste daher eine Einbahnstraße vom Bahnhof in Richtung Bursche Straße eingerichtet werden.

„Ende dieser Woche soll die Fassade des Gebäudes vollständig abgerissen sein“, erklärt Bauleiter Josef Kogge von der Firma Wesseler Container und Abrisse. Dann wird auch die Straße wieder von beiden Seiten befahrbar sein.

Zum Ende des Jahres werden die Abbruchmaßnahmen, einschließlich des Abtransports des Bauschutts vollständig abgeschlossen sein. „Ein realistisches Ziel, trotz der 2500 Tonnen Schutt, die anfallen werden“, meint Baggerfahrer Frank Speckert. „Im kommenden Jahr wird dann an dieser Stelle ein barrierefreies Wohnen entstehen“, verrät Bauleiter Kogge. Das Grundstück gehört der Gabriele Ostendorf GmbH aus Cloppenburg, die sich zu diesem Schritt entschieden hat.

Ein einschneidender Neuanfang für die Fläche an der Ecke Bahnhofstraße/Buersche Straße, denn die Geschichte des Gebäudes ist lang.

Die Brüder Heinrich und August Sudfeldt errichteten dort im Jahr 1899 ein Fabrik- und Bürogebäude für ihre Seifenfabrik. Nach dem Kriegsende 1945 geriet die Firma jedoch in wirtschaftliche Schwierigkeiten und meldete 1952 Insolvenz an. Die Betriebs-und Bürogebäude wurden danach vermietet.

In den 70er Jahren war dort die Gastwirtschaft „Zur Kurve“ zu Hause. Das alte Verwaltungsgebäude, das an die Buersche Straße grenzte, musste verkehrsbedingt schon Ende der 70er Jahre abgerissen werden. Das Fabrikgebäude versprühte jedoch noch bis vor zwei Wochen seinen alten Charme. Nach einigen Umbauarbeiten übernahm um das Jahr 1980 die Discothek „BaYou“. Ab dann war viel Bewegung in der Bahnhofstraße Nummer vier. Denn 1986 löste eine andere Discothek das „BaYou“ ab. Paul Schrage öffnete bis 1996 die Pforten des „Virgin“. „Anfangs lief die Disco sehr gut“, erzählt der heutige Versicherungsaußendienstler. „Nach und nach sind die Leute dann aber immer öfter zum ,Cartoon‘ an der Weststraße gegangen. Auch einige Renovierungen brachten nicht die gewünschten Besucherzahlen.“

„Zuletzt war das alte Fabrikgebäude mit dem Studio „Fit & Fun“ ein Ort für alle Sportbegeisterten. Zeitweise bestand hier aber auch eine Spielothek und ein Wohnhaus mit sieben Wohnungen“, erzählt Josef Kogge. „Auf der 500 Quadratmeter großen Fläche mit vier Stockwerken und Keller war im vergangenen Jahrhundert viel los.“