Nordmanntanne am beliebtesten Verkauf von Weihnachtsbäumen beginnt in Melle

Von Kirsten Muck


Melle/Oldendorf/Buer. Die Suche nach dem richtigen Weihnachtsbaum ist schon eine kniffelige Sache. Dicht und gerade gewachsen soll er sein. 28 Millionen Weihnachtsbäume werden jedes Jahr in Deutschland verkauft.

Obwohl Weihnachten erst in vier Wochen ist, läuft das Geschäft mit den Bäumen in Melle schon an. Am beliebtesten ist die Nordmanntanne. „80 bis 90 Prozent der Bäume, die ich verkaufe, sind Nordmanntannen“, sagt Franz Trimpe aus Westerhausen. Er verkauft auch Nobilis, besser bekannt als Silbertanne. Eine weitere Tannenart, die Trimpe anbietet, ist die Frazer-Tanne. Sie kommt aus dem Osten der USA und ist dort der Weihnachtsbaum schlechthin. Ulrich Siedling hat sich eine Fraser-Tanne für den heimischen Garten ausgesucht. „Für drinnen hätte ich aber gerne eine Blaufichte“, sagt der Kunde. Die war früher der Standard in deutschen Wohnzimmern.

Auch seltene Arten

André Buletta hat die Blaufichte auf seinem Hof Heller in Wetter noch im Programm. Er bietet auch seltene Arten wie die Korktanne, Coloradotanne, Omorika-Fichte und österreichische Schwarzkiefer an. Die Korktanne und Coloradotanne duften nach orange, sobald sie im Warmen stehen.

Buletta baut auf einer Fläche von zweieinhalb Hektar Weihnachtsbäume an. Sein Kollege Franz Trimpe aus Westerhausen nutzt sogar zwölf Hektar für den Anbau. Bis zu 5000 Tannen können pro Hektar angepflanzt werden. Allerdings braucht eine Nordmanntanne auch zehn bis zwölf Jahre Zeit, um ein stattlicher Weihnachtsbaum zu werden.

Doch nicht jede Tanne wird groß und hübsch. „Die Hälfte bis Zweidrittel der Bäume sind geeignet. Der Rest ist nicht schön genug“, berichtet Trimpe. Andrè Buletta schneidet die missratenden Bäume in Form und lässt sie noch mal drei bis vier Jahr stehen.

Ob ein Baum schön ist, liegt natürlich im Auge des Betrachters. Doch Franz Trimpe weiß, was seine Kunden wollen: „Nicht zu dicht, sodass noch der Schmuck reingehängt werden kann, und gerade gewachsen soll der Baum sein.“

In Wasser stellen

Wer jetzt schon einen Weihnachtsbaum kauft, sollte ihn schnell aus dem Netz nehmen und ihn kühl aufbewahren. Franz Trimpe rät dazu, den Baum in einen Eimer Wasser oder einen mit Wasser gefüllten Weihnachtsbaumständer zu stellen. Außerdem sollte er geschützt stehen. Denn kalter Wind trocknet die Tanne aus.


In Deutschland werden jedes Jahr 28 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Allein vier Millionen stehen in Firmen und Geschäften. Die meisten stammen aus heimischem Anbau. Auf 25000 Hektar werden die Bäume angepflanzt. Niedersachsen kommt auf eine Anbaufläche von 4000 Hektar. Im Bundesgebiet gibt es zirka 3000 Besitzer von Weihnachtsbaumplantagen. Sie bauen zu 80 Prozent die Nordmanntanne an. Die Samen der Nordmanntanne stammen aus dem Kaukasus, dem Hauptverbreitungsgebiet der Tanne.