Gute Aussichten Marta-Ausstellung zeigt junge deutsche Fotografie

Von Marita Kammeier

Was nach dem Tod bleibt, das zeigt die Serie von Marvin Hüttermann. Foto: Marita KammeierWas nach dem Tod bleibt, das zeigt die Serie von Marvin Hüttermann. Foto: Marita Kammeier

Herford. Acht Nachwuchsfotografen sind für den renommierten Wettbewerb „gute Aussichten – junge deutsche Fotografie 2014/2015“ ausgewählt worden, um ihre Kunstwerke als erste Station im Marta-Museum zu präsentieren.

Anschließend wird die am Wochenende eröffnete Ausstellung in Hamburg, Washington DC, Tallinn, Koblenz und Mexico City gezeigt. In mehr als 300 Fotografien, medialen Installationen und Büchern gehen die Künstler mit der Kamera auf Spurensuche.

„In diesem Jahr geht es um existenzielle Themen wie Leben, Tod und Gesellschaft“, erklärte die Initiatorin und Jurymitglied Josefine Raab in ihrer Einführung.

Andrea Grützner von der Fachhochschule Bielefeld ist eine der Gewinnerinnen, die von der Jury aus 115 Vorschlägen ausgesucht wurde. „Dem Licht und Zauber eines Dorfgasthofs im sächsischen Polenz aus dem Jahr 1898 nachspüren. Vergangenheit und Gegenwart einfangen ohne stereotype Bilder, jedoch mit farbigen Blitzen“, so lautete das Ziel. Farben und Flächen lösen sich in der Arbeit „Erbgericht“ förmlich auf. Gegenstände und Räume betrachtet die Fotografin mit neuen Perspektiven und Motiven, zerlegt sie in grafische Elemente.

Die von Eduard Zent porträtierten Personen aus allen Kulturen erinnern stark an die Malerei von Rembrandt und Vermeer. „Das ist mir erst bei der Arbeit aufgefallen, aber es gibt keine Zufälle“, sagt der zwischen Russland und Asien geborene Künstler. Hinter der Oberfläche seiner klaren, überzeugenden Werke werden gesellschaftliche Problematik, kulturelle Identität und Integration sichtbar.

Poetisch-eindringliche Bilder um den Tod und die Frage, was passiert danach im Krematorium und der Wohnung, fand Marvin Hüttermann. Für ihren Film „Ein Bild abgeben“ dokumentierte Stefanie Schroeder in acht Jahren verschiedene Jobs. Den Spuren seines Vaters folgte Jannis Schulze in der Dominikanischen Republik, während Kolja Warnecke sechs Monate das Leben der einsamen Bea fotografierte.

„Unpersönliche Vororte spiegeln die Situation der Menschen wider“, sagt Katharina Fricke, die unzählige melancholische Motive auf 13 einförmigen Wegen und Häusern in Bielefeld-Sennestadt fand. Bei aller Unterschiedlichkeit gibt die neue Ausstellung einen guten Überblick über die junge Fotografie in Deutschland.

Zu besichtigen ist die Ausstellung bis zum 11. Januar. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr, jeden ersten Mittwoch im Monat bis 21 Uhr.