Anti-Gewalt-Aktionen Flagge in Melle sagt: Nein zu Gewalt an Frauen

Von Konstantin Stumpe

Die Anti-Gewalt-Flagge am Rathaus, gehisst von Marita Feller, Silke Meier und Annette Fangmeyer. Foto: Konstantin StumpeDie Anti-Gewalt-Flagge am Rathaus, gehisst von Marita Feller, Silke Meier und Annette Fangmeyer. Foto: Konstantin Stumpe

Melle. Häusliche Gewalt ist die häufigste Ursache für Verletzungen an Frauen. Bei der Polizei Melle gehen jährlich über 30 Hinweise ein, bei denen es sich um Gewalt gegen Frauen handelt.

stum Melle. Häusliche Gewalt ist die häufigste Ursache für Verletzungen an Frauen. Bei der Polizei Melle gehen jährlich über 30 Hinweise ein, bei denen es sich um Gewalt gegen Frauen handelt. Eine Anti-Gewalt-Flagge vor dem Rathaus soll nun auf diese Umstände hinweisen. Zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten Marita Feller und der Präventionsbeauftragten der Polizei, Annette Fangmeyer, hisste die stellvertretende Bürgermeisterin Silke Meier das Banner am Dienstag.

„Die Dunkelziffer der Gewaltübergriffe, die nicht gemeldet werden, ist sehr viel höher, als die 30 gemeldeten Fälle. Oftmals trauen sich die Frauen nicht, die Polizei einzuschalten“, so die Präventionsbeauftragte der Polizei, Anette Fangmeyer.

Mit der Fahnenaktion soll nun einerseits auf die Gewaltproblematik hingewiesne werden, anderseits sollen jedoch auch Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Die Flagge auf dem Rathausplatz macht auf die die Internetseite von „Terre des femmes“ aufmerksam. Unter www. frauenrechte.de finden Betroffene Informationen zur Erstberatung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt.

Neben der Flagge als Hingucker startet die Polizei mit Annette Fangmeyer und Heike Bartling von der Beratungsstelle für Opfer häuslicher Gewalt in Osnabrück (BISS) eine zusätzliche Aktion. Auf den Wochenmärkten in Buer, Donnerstag, 27. November, und Melle, Samstag, 29. November, informieren sie über Hilfsmöglichkeiten. „Uns ist es wichtig, dass auch Nichtbetroffene wissen, wo im Notfall Anlaufstellen bestehen. Nachbarn, Freunde oder Bekannte sollten genau hinschauen. Sie sind oft die Einzigen, die sich zu einem Anruf überwinden“, erklärt die Polizistin. Es sei besser, einen Streit der Nachbarn zu melden, um Schlimmeres zu verhindern, als ihn zu ignorieren. Auf den Wochenmärkten verteilt die Polizei unter dem Motto „Gewalt reißt tiefe Wunden“ Postkarten und kleine Pflasterschachteln, auf deren Rückseite die Telefonnummern der BISS-Beratungsstellen stehen.