„Bobby“ genießt Narrenfreiheit In Gesmold lebt ein Pony ohne Grenzen

Von Conny Rutsch

Auf dem Sutmühlenhof von Annika Lücking-Brand und ihrer Familie in Gesmold lebt Pony Bobby in nahezu grenzenloser Freiheit. Foto: Conny RutschAuf dem Sutmühlenhof von Annika Lücking-Brand und ihrer Familie in Gesmold lebt Pony Bobby in nahezu grenzenloser Freiheit. Foto: Conny Rutsch

Gesmold. Wenn in der Gartenanlage bei Annika Lücking-Brand Bäume wackeln, braucht es dazu keinen Wind, sondern ein Pony. Mit Hochgenuss macht Bobby seine Morgentoilette und schubbert sich rundherum an den Bäumen, dass ihm die gelben Herbstblätter nur so auf den Rücken regnen.

Der kleine freundliche Kerl genießt einen Sonderstatus auf dem Sutmühlenhof in Gesmold, den Annika Lücking-Brand zusammen mit ihrem Mann als Reiterhof mit einer großen Stallanlage betreibt. Hier bewohnt auch Bobby eine sehr geräumige Box. Während seine großen vierbeinigen Freunde allerdings hinter verschlossenen Türen oder auf eingezäunten Koppeln leben, wird Bobbys Box morgens geöffnet. Und damit beginnt für das Pony ein Tag der absoluten Freiheit. Zunächst wandert es durch den gesamten Pferdestall, dessen Tore zum hinteren Gelände als auch nach vorne offen stehen. Schnurstracks trabt das Pferdchen in den Vorgarten unter die Bäume und pflegt sein Fell. Dann zockelt es hinter das Gehöft, beinahe als ob es mal kurz nach dem Rechten sehen wollte.

Wenn es regnet, stellt er sich in die Stallgasse oder sieht in der Waschküche nach, ob es vielleicht etwas zum Naschen gibt. „Mit Bobby fing alles schon ungewöhnlich an“, erzählt seine Besitzerin. „Vor etwa 15 Jahren haben wir ihn für unsere Nichten gekauft und das Pony bei ihnen in Buer am Heiligen Abend unter den Weihnachtsbaum gestellt – im Hausflur.“

Gemütliches Strohlager

Jetzt wird er auf dem Sutmühlenhof von den jüngeren, kleineren Pferdefreunden noch hin und wieder geritten. „So viel muss er aber nicht mehr arbeiten“, erklärt Annika Lücking-Brand, „denn inzwischen ist er 30 Jahre alt“, was dem Pony allerdings nicht anzusehen ist.

Dass Bobby jetzt wie die beiden Terrier völlig frei auf dem Hof herumläuft, ist einem Zufall zu verdanken. Weil vor einigen Jahren kurzfristig eine Box für ein fremdes Pferd benötigt wurde, zog das Pony auf ein gemütliches Strohlager in der Stallgasse. Die Tore wurden geschlossen gehalten, damit es nicht ausbüxen konnte.

Irgendwann stand dann noch mal eine Tür offen, und Bobby begann seine Hoferkundung. Und dabei blieb es. Längst hat er seine Box wieder, in die er abends zum Schlafen zurückkommt. „Er verlässt den Hof nicht“, erzählt Annika Lücking-Brand. Dabei steht ihm kein einziger Zaun bei seinen Ausflügen im Weg.

Ein Tabu gibt es dann aber doch. „In die Wohnung oder vielleicht sogar auf die Couch kommt er nicht“, lacht Bobbys Besitzerin.

Und wenn mal wieder niemand so genau weiß, wo sich der kleine Kerl befindet, dann wird nachgeschaut, wo grade ein Baum wackelt.