Veranstaltung startet Samstag Karussell auf Meller Weihnachtsmarkt schon 1986 dabei

Von Martin Heuer


Melle. Am Samstag geht es wieder los. Dann startet auf dem Rathausplatz der Meller Weihnachtsmarkt. Mit märchenhaftem Lichterglanz und kulinarischen Genüssen zaubert die 29. Auflage dann für 16 Tage adventliche Atmosphäre in die Innenstadt.

„So lange läuft kein anderer Weihnachtsmarkt in einer niedersächschen Kleinstadt“, weiß Karl-Heinz Küchenmeister. Der frühere Vorsitzende der Werbegemeinschaft Melle City ist einer der Initiatoren des Weihnachtsmarktes. Küchenmeister zählte mit Mitstreitern wie Werner Dieterich, Clemens Schwertmann, Rolf Wichmann und Christian Terbeck zu den „Männern der ersten Stunde“, die am 6. Dezember 1986 die neuntägige Premiere mit zwölf Verkaufsständen aus der Taufe hoben. „Der Weihnachtsmarkt schlug ein wie eine Bombe“, erinnert sich der Ex-Kaufmann.

Die Torbögen im Eingangsbereich und die Stände auf der Verkaufsmeile – alles wurde selbst konzipiert und gebaut. Damals verkauften Maßmanns Glühwein, Beinkers Waffeln und Sutmöllers Bücher – und auch das kleine Kinderkarussell gehörte bereits zur Anfangsausstattung. Nur im benachbarten Osnabrück gab es damals einen Weihnachtsmarkt,

Vorreiter für andere

Melle war so etwas wie der Vorreiter für die Gemeinden im Umland. Infolge der wachsenden Beliebtheit in der Bevölkerung nahm der Weihnachtsmarkt eine rasante Aufwärtsentwicklung. 1990 waren es schon 30 Stände, zwei Jahre später erfolgte die Erweiterung auf zwölf Veranstaltungstage, und im Jahr 1993 zählte die Veranstaltung bereits 42 Buden, die sich auch auf der „Rathausplatte“ ausbreiteten. 1996 erreichte der Weihnachtsmarkt seine heutigen Ausmaße: 66 Stände und 16 Tage lang.

„Wir haben immer darauf geachtet, dass die Anzahl von Verzehrständen nicht überhandnimmt“, erklärt Küchenmeister ein Erfolgsrezept, „wir setzen mehr auf den kunstgewerblichen Zweig.“ Mit der Veranstaltungsdauer von gut zwei Wochen und den 66 Ausstellern sei die Grenze erreicht. „Mehr würde keinen Sinn machen“, so Küchenmeister.

Zur besonderen Stimmung auf dem Meller Weihnachtsmarkt äußerte sich Ortsbürgermeisterin Gerda Hövel einmal so: „Unser Weihnachtsmarkt ist lebendig, aber nicht schrill. Er ist stimmungsvoll, aber nicht kitschig. Er ist der Weihnachtsmarkt schlechthin.“ Für die ganz spezielle Atmosphäre auf dem Kohlbrink macht Küchenmeister unter anderen auch die Elektrik verantwortlich. Dank eines in Großveranstaltungen erfahrenen Elektrikers wurden stimmungsvolle Leuchten in den Bäumen installiert.

Kunst und Culinaria

„Dadurch dass in den Stadtteilen weitere Weihnachtsmärkte an Wochenenden hinzugekommen sind, hat sich der Publikumsverkehr ein wenig entzerrt“, meint Küchenmeister, „in der Woche ist mehr, und an den Wochenenden ist es nicht mehr ganz so voll.“ Und als Highlights zwischen Geschenkartikeln, Handarbeiten, Kunst und Culinaria haben sich mittlerweile diverse Gigs platziert: So wie die Feuershow „Dancing Fire Dragons“ am Sonntag (17 Uhr) und die Irish-Folk-Band „Na Cloicha Bui“ am folgenden Freitag (18.15 Uhr).