Gessemske Dourptheater Spaß im Krankenhaus: Plattdeutsches Theater in Melle

Tubulente Verwicklungen bringt das Gessemske Duorptheater in „Un olles upp Krankenschien“ auf die Bühne – noch dreimal. Foto: Stephanie UhlhornTubulente Verwicklungen bringt das Gessemske Duorptheater in „Un olles upp Krankenschien“ auf die Bühne – noch dreimal. Foto: Stephanie Uhlhorn

Gesmold. Mit einem Verwirrspiel, das im Laufe der Zeit immer verzwickter wird, amüsierte „Dat Gessemske Dourptheater“ sein Premierenpublikum im Saal Kellersmann in Gesmold mit dem Stück „Un olles upp Krankenschien“.

Die Rolle des Klaus Huber vom Andreas-Krankenhaus war Ansgar Stieve wieder einmal wie auf den Leib geschrieben. Als Neurologe, der nicht zu seinen Taten steht, bringt er das Leben zahlreicher Menschen durcheinander und schafft Verwicklungen, die er nicht wieder aufzulösen gedenkt. Schließlich will er Chefarzt werden und ein uneheliches 18-jähriges Kind passt da nicht ins Bild. Ganz zu schweigen vom Erhalt seiner Ehe mit Rosemarie (gespielt von Christina Vogelpohl).

Huber soll einen Vortrag auf einem Neurologenkongress halten. Als er sich darauf vorbereitet, herrscht im Ärztezimmer Gewusel. Da probiert Dr. Schmidt (Sven Brunsmann) unter dem Gelächter der Zuschauer Frauenkleider für das Weihnachtsstück der Klinik an, was im letzten Drittel des Stückes noch wichtig werden wird.

Dr. Hubert Braun (Karl-Heinz Rietmann) will noch schnell seine guten Wünsche mit auf den Weg geben. Hektisch wird es, als die ehemalige Schwester Elke Naber (Elisabeth Weßler) auftaucht und Huber mitteilt, dass er seit 18 Jahren Vater ist. Ihr gemeinsamer Sohn Bruno (Matthias Bolte) hat dies gerade erst erfahren und sucht seinen Vater im Krankenhaus. Huber will sich nicht zu erkennen geben, kurzerhand schickt er Hubert Braun vor.

Und so nimmt die Verwechslungskomödie Fahrt auf, in deren Verlauf Oberschwester Hildegard (Cristin Vogelpohl) vom Fenstersims fällt, Huber zum Pastor wird, Patient Franz Bruns (Christian Brinkmeyer) in seiner leicht senilen Art alles kommentiert, Wachtmeister Schmidt (Louis Weßler) überfordert ist und schließlich noch Huberts tote Mutter auftaucht.

Unter der Organisation von Maria Brunsmann und der Regie von Stefan Niederwestberg, der auch als Professor König auftritt, haben die Gesmolder Laienspieler ein amüsantes Stück auf die Bühne gebracht. Die Schauspieler sprühten vor Spielfreude, wobei Karl-Heinz Rietmann einmal mehr als tollpatschiger Freund überzeugt. Sven Brunsmann spielt seine Frauenrollen mit Verve. Wie sich alle Akteure gut in ihre Charaktere eingefunden haben. Auch kleine Texthänger störten das Publikum nicht, das sich bestens aufgehoben fühlte.

Wer nun wissen möchte, ob und wie sich die Verwicklungen am Ende lösen, kann dies noch dreimal erfahren. Am Freitag und Samstag (28./29 11.) jeweils um 19.30 und am Sonntag, ab 19 Uhr, hebt sich der Vorhang. Für alle Vorstellungen sind noch reichlich Karten vorhanden.