Dem Fachkräftemangel vorbeugen Solarlux strebt Zusammenarbeit mit Meller Schulen an

Von Petra Ropers

Frühzeitig holt das Unternehmen Solarlux Schüler als künftige Fachkräfte in das Unternehmen. Foto: Petra RopersFrühzeitig holt das Unternehmen Solarlux Schüler als künftige Fachkräfte in das Unternehmen. Foto: Petra Ropers

Melle/Bissendorf. Einfach darauf warten, dass die Auszubildenden kommen? Das reicht angesichts des um sich greifenden Fachkräftemangels in vielen Branchen nicht mehr aus. Das Unternehmen Solarlux geht bereits seit Jahren erfolgreich andere Wege.

Eine enge Kooperation mit der Bissendorfer Oberschule ist dafür nur ein Beispiel. Vom Engagement des Unternehmens sollen künftig auch Schüler in Melle profitieren.

„Gute Fachkräfte sichern den Fortbestand eines Unternehmens“, weiß Geschäftsführer Stefan Holtgreife. Doch während die kaufmännischen Berufe voll im Trend liegen, fällt es den Betrieben zunehmend schwer, Schüler für eine Ausbildung im gewerblichen Bereich zu interessieren. Um insbesondere im Bereich der Metall- und Holzverarbeitung dem Fachkräftemangel zu begegnen, initiierte Solarlux deshalb bereits vor Jahren eine Kooperation mit der Oberschule in Bissendorf.

Gemeinsam mit der Schule entwickelte das Unternehmen ein Konzept, nach dem Schüler der achten und neunten Klassen im Rahmen eines Praxisprojektes ein Jahr lang jeweils einen Nachmittag pro Woche im Betrieb aktiv werden. Dabei arbeiten sie nicht für den Papierkorb. Vielmehr lernen sie in spannenden, praktischen Projekten die Holz- und Metallverarbeitung kennen.

Meller Schulen im Visier

Mit dem bevorstehenden Standortwechsel strebt Solarlux eine derartige Kooperation auch mit Meller Schulen an. Doch die Zusammenarbeit beschränkt sich nicht auf ein Projekt: Immer wieder finden sich in den Kursen auch Schüler, die anschließend ihr Praktikum zur Berufsvorbereitung bei Solarlux absolvieren. Und viele von ihnen entscheiden sich später für einen Ausbildungsplatz in dem Unternehmen.

Rund 550 Mitarbeiter zählt Solarlux deutschlandweit. „Und wir wachsen jährlich um etwa zehn Prozent“, berichtet der kaufmännische Geschäftsleiter und Prokurist Klaus Roloff. Entsprechend hoch ist der Bedarf an neuen Fachkräften . Eine enge Zusammenarbeit verbindet das Unternehmen deshalb auch mit den Berufsbildenden Schulen in Melle und in Osnabrück an der Brinkstraße. Angehende Holztechniker der BBS Melle und künftige Maschinenbautechniker der BBS in Osnabrück erhalten dabei die Chance, ihr Abschlussprojekt für und bei Solarlux zu erstellen.

Auch dabei gilt: Gearbeitet wird aus der Praxis für die Praxis. Dabei geht es nicht allein um die Erarbeitung einer Lösung für die gestellte Aufgabe, sondern auch um ihre Effizienz und Wirtschaftlichkeit. „Die Vorschläge sollen im Betrieb umsetzbar sein“, betont Roloff. Und das Engagement lohnt sich nicht nur wegen der erhofften guten Noten: Allein im vergangenen Jahr wurden drei Absolventen der Berufsschulen aufgrund ihres Abschlussprojektes von Solarlux übernommen.

Schüler der Fachoberschule Wirtschaft und Technik absolvieren ihr Jahrespraktikum bei Solarlux. Studenten arbeiten im Unternehmen an ihrer Bachelor- und Masterarbeit: „Wir wollen dem Fachkräftemangel rechtzeitig begegnen – nicht erst, wenn das Problem da ist“, erklärt Stefan Holtgreife.