Eigene Wirklichkeiten schaffen Van Hülsen Ausstellung in Melle eröffnet

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Melle. Eine Kuh trifft auf ein Zebra, eine Katze hat bei genauerem Hinsehen einen Schnabel. Bilder, die zunächst vielleicht realistisch erscheinen, nehmen auf den zweiten Blick eine surrealistische Gestalt an, in der Mensch, Natur und Tier miteinander verwoben werden.

Das sind die Werke von Hinrich van Hülsen, die seit Donnerstag vom Kunstverein Melle in der Alten Posthalterei ausgestellt werden. Die Einführung hielt während der Vernissage der Schriftsteller Alfred Cordes, ein Freund des Künstlers. Er ging auf den Zusammenhang der Wirklichkeit in der Kunst mit der Wahrnehmung und der Interpretation des Betrachters ein und bezog diesen auf die Gemälde van Hülsens.

„Denn das ist, was Kunst ausmacht. Sie orientiert sich gewiss an der Wirklichkeit, aber sie schafft sich eine eigene“, schlussfolgerte Cordes. Gerade van Hülsens Gemälde wirkten auf den ersten Blick vertraut und verständlich, doch Zweifel seien immer erlaubt, „denn immerhin besitzt der in einen Mantel gekleidete Rabe eine Haltung wie ein Mensch mit einem Rabenkopf, und der Kirchhof, vor dem er offensichtlich auf jemanden wartet, ist nichts weiter als ein grauer, blasser Holzschnitt, der als Kulisse dient“.

Eigenes Interpretation

Hinrich van Hülsen schafft surrealistische Welten, in die der Betrachter eintauchen muss, um sie auf sich wirken zu lassen. Der Maler gibt keine Erklärung für seine Bilder. „Jeder hat sein eigenes Erleben und seine eigene Interpretation“, sagte er und fügte an: „Ich bin manchmal überrascht, was die Bilder bei den Personen auslösen.“

Hans Christian Reinhardt, der zweite Vorsitzende des Meller Kunstvereins, begrüßte den Osnabrücker Künstler in Melle.

Die Ausstellung läuft bis zum 14. Dezember. Am 30. November halten van Hülsen und Cordes eine Lesung aus „Jeverland Piraten“ ab.


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