Keller regelmäßig überflutet Bakumer Angst vor Starkregen: Stadt bietet Sandsäcke

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Melle. Die Bürger in Bakum sind verärgert. In schöner Regelmäßigkeit füllen sich die Keller ihrer Häuser an der Bakumer Straße nach Unwettern mit Wasser und Schlamm. Die vorläufige Reaktion der Stadt: das Angebot von kostenlosen Sandsäcken.

„Wir arbeiten an einer Lösung des Problems“, verspricht Tiefbauamtsleiter Thomas Große-Johannböcke mittelfristig Abhilfe. Eine schnelle Lösung steht jedoch nicht in Aussicht, da es sich bei den Grundstücken um Privateigentum handelt. Zudem sind die ebenfalls privaten Kanäle zur Entwässerung teilweise beschädigt.

Kanalrohr beschädigt

Diese Erkenntnis machten die Schüler der Freien Waldorfschule in Melle . Im Rahmen eines Landvermessungs-Praktikums zeichneten 20 Schüler mit Unterstützung der Stadt Vermessungskarten und Höhenkarten der Gegend. Dabei entdeckten sie das beschädigte Kanalrohr. „Das ist gelebte Trigonometrie. Wir haben uns für die Vermessungsarbeiten bewusst einen Ort in der Nähe gesucht“, erklärt Oberstufenbetreuer Meik Münkel.

Das Ergebnis des Praktikums bestätigt die Vorwürfe der Bürger: Ursache für die Überschwemmung ist die genehmigte Erhöhung eines angrenzenden Feldes. Sobald es stärker regnet, bildet sich auf dem Feld ein See. Sofern dieser überläuft, fließt das Wasser in Richtung Bakumer Straße. Betroffen von der Flut ist eine Reihe von Häusern, deren Keller sich mit Schlamm und Wasser füllen. Die Bewohner versuchen ihre Gebäude mit Sandsäcken zu schützen, doch nicht immer halten die Sicherungsmaßnahmen der Flut stand.

„Direkt ins Kellerfenster“

„Bei uns geht es noch, aber bei unseren Nachbarn läuft das Wasser direkt ins Kellerfenster“, schildert eine Anwohnerin die Situation. Geschehen zuletzt Ende April und im Juli 2014, als auch die Straßen überschwemmt und mit Schlamm bedeckt waren. Die Feuerwehren mussten die betroffenen Stellen sogar absichern.

Bei der Feuerwehr in Melle ist das Problem allerdings noch nicht detailliert bekannt: „Unsere Einsätze in Bakum fuhren wir eher in Verbindung mit umgeknickten Bäumen. Überschwemmungen gibt es eher in den Elseniederungen“, teilt Pressesprecher Martin Dove mit.

Große-Johannböcke wird nun das Gespräch mit den beteiligten Parteien suchen. Bis zu einer gefundenen Lösung bleiben den Anwohnern nur die Schutzmaßnahmen mit Sandsäcken. Oder zu hoffen, dass es keinen Starkregen mehr gibt...


Das Unwetter „Kyrill“ vor sieben Jahren hat Teile von Melle-Mitte überflutet. Und es hat gezeigt, dass es Hochwasser nicht nur an großen Flüssen gibt. Das Tiefbauamt der Stadt stellte im September in einer Ortsratssitzung ein Konzept für den Hochwasserschutz in Melle vor. Das Konzept sieht den Bau von zwei Dämmen vor: einen an der Westseite der Westumgebung und einen an der Südseite der A 30. Im Falle eines Hochwassers könnten die Wassermengen, die durch Else und Laerbach in Richtung Zentrum fließen, besser reguliert werden. Dies würde jedoch zu Überschwemmungen in den vorgelagerten Bereichen führen. Ob sich die Vorschläge vom Tiefbauamt problemlos umsetzen lassen, ist ungewiss. Für die Umsetzung des Konzepts müssten die Besitzer der Flächen mitspielen. Sie müssten bereit sein, die Flächen für Überschwemmungen zur Verfügung zu stellen. Eventuell auch gegen Ausgleichszahlungen, die bereits diskutiert wurden.

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