Löhne der Angestellten sicher Mucki in Riemsloh in vorläufiger Insolvenz

Von Kirsten Muck


Riemsloh. Die Mucki Heimtierbedarf GmbH hat Insolvenz angemeldet. Das bestätigte auf Nachfrage unserer Redaktion das Amtsgericht Osnabrück. Am 23. Oktober ist vom Gericht die Verwaltung des Vermögens durch einen vorläufigen Insolvenzverwalter angeordnet worden.

Trotz der Insolvenz gibt es für die Belegschaft schon mal eine gute Nachricht. „Wir wollen neu starten, auch mit den Angestellten. Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck an einer Nachfolgegesellschaft“, erklärte Insolvenzverwalter Peter Jacob. Der Anwalt aus Osnabrück schätzt das Kerngeschäft als „absolut lebensfähig“ ein und möchte es deshalb auch retten. Die Frage sei nur, ob die Produktpalette in dem Umfang erhalten bleiben müsse. Da müsse es eine neue Gewichtung geben.

Aktuell kann der Anwalt die Forderungen der Gläubiger gegenüber Mucki noch nicht abschätzen. Eine endgültige Insolvenztabelle sei noch nicht erstellt, gibt Peter Jacob zu bedenken.

Mucki vertreibt neben Tierfutter und Zubehör für Hunde, Nager, Vögel und Katzen auch Textilien wie Kissen oder Taschen für Hunde. Diese werden in der hauseigenen Näherei entworfen und gefertigt. Derzeit hat die Firma knapp 60 Angestellte.

Der Niedergang des Riemsloher Unternehmens kam schleichend. Um die große Vielfalt an unterschiedlichen Artikeln aufrechtzuerhalten, musste das Unternehmen viele Produkte vorfinanzieren und lagern. Der Vertrieb lief nicht rund, Absatzprobleme machten der Firma zu schaffen. Im Sommer sprang dann ein großer Kunde ab. Umsätze brachen weg. Die Geschäftsführer Michael Ostermann und sein Sohn Philip Ostermann zogen die Reißleine. Ende Oktober meldeten sie Insolvenz an.

Seit 1985 am Markt

„Wir haben im Oktober einen Unternehmensberater eingeschaltet, um an einem Folgekonzept zu arbeiten. Und da war klar, dass wir in die Insolvenz mussten“, sagte Philip Ostermann. Er wolle eine nachhaltige Lösung für das Familienunternehmen, das sein Großvater 1985 gründete.

Derzeit befindet sich die Insolvenz in einem Prüfverfahren. Das heißt, dass das Amtsgericht Osnabrück noch nicht entschieden hat, ob ein Insolvenzverfahren eröffnet wird. Anwalt Peter Jacob geht davon aus, dass es so kommt. Er rechnet jedoch nicht mehr in diesem Jahr damit. „Wenn das Verfahren im Januar eröffnet wird, können wir direkt im Anschluss die Nachfolgegesellschaft organisieren“, sagte er.

Bis dahin sind die Löhne der Angestellten gesichert. Er selbst habe als Insolvenzverwalter das Ausfallgeld über die Hausbank vorfinanziert. „Die Menschen sind ja auf ihr Geld angewiesen“, begründete Peter Jacob diesen Schritt. Denn der Anspruch der Arbeitnehmer auf Insolvenzgeld vom Arbeitsamt wird erst wirksam, wenn das Insolvenzverfahren eröffnet ist. Mit der Eröffnung des Verfahrens treten die Arbeitnehmer ihren Anspruch auf das Insolvenzgeld an den Insolvenzverwalter ab.

Trotz Insolvenz wird das Geschäft voll umfänglich aufrechterhalten. Kunden können nach wie vor im Internet Hundekörbchen, Katzentoiletten und Spielzeug für Vögel oder Kaninchen bestellen. Im laufenden Betrieb gebe es wenig Einschnitte, stellte Geschäftsführer Philip Ostermann klar.

Wenn Mucki mit einem neuen Konzept startet, bleibt der Bereich Futter und Textil erhalten. Produktbereiche wie die Handelsware, also das Zubehör, würden jedoch verkleinert. „Eine Verschlankung ist natürlich angedacht“, erklärte Ostermann. Er ist optimistisch, dass sein Unternehmen den Neuanfang schafft: „Wir arbeiten mit aller Kraft daran.“


Geschichte des Unternehmens

Anfang der 70er Jahre wagten Karl-Hermann und Helga Ostermann den Schritt in die Selbstständigkeit und gründeten die Teutoburger Farmbetriebe. Daraus entstanden später zwei Betriebe: die Mucki Heimtierbedarf GmbH und die Teutofarm. Während sich die Teutofarm mit der Zucht von Kaninchen befasste, begann Mucki mit der Herstellung von hochwertigem Futtermittel für Kleintiere. Über die Jahre wuchs das Unternehmen. Seit 2008 vertreibt das Riemsloher Unternehmen auch Hundezubehör, das in der hauseigenen Näherei entworfen und gefertigt wird. Diese Produkte werden unter dem Namen Greyhound vertrieben. Geschäftsführer des Unternehmens sind Michael und Philip Ostermann.