Heute Wohnblock anstatt Haus Das Bischof-Bitter-Haus in Melle im Lauf der Zeit


Melle. Heute kehren wir in die Grönenberger Straße zurück, in der wir schon vor einigen Monaten waren. Das Haus auf dem historischen Foto ist dem starken Wandel der Straße zum Opfer gefallen und wurde 1970 abgerissen. Es war ursprünglich das Wohnhaus des Geheimen Sanitätsrates Johann Heinrich Bitter.

Bitter war Sohn eines Wellingholzhausener Kaufmannes und wurde 1804 geboren. Nach seinem Studium der Medizin und der erfolgreichen Promotion erhielt er am 31. Oktober 1826 von der Königlichen Landrostei Osnabrück die Erlaubnis, in Wellingholzhausen eine Arztpraxis zu eröffnen, wie Wilhelm Knigge 1991 im Meller Jahrbuch berichtet.

1837 verlegte er Wohnung und Praxis nach Melle in die Grönenberger Straße. Hier praktizierte er als Hausarzt und war Königlicher Kreisphysikus, Geheimer Sanitätsrat und Gerichtsarzt. Für seine Tätigkeiten wurden ihm mehrere Auszeichnungen verliehen. 1870 erhielt er die Kriegs-Medaille für Nicht-Combattanten, weil er freiwillig im Meller Baracken-Lazarett tätig war.

Ehrenbürger Melles

Da er große Verdienste für die Volksgesundheit im Grönegau hatte, wurden ihm der Guelphen-Orden des Königreichs Hannover und der preußische Rothe-Adler-Orden mit Schleife verliehen. Die Stadt Melle ehrte Johannes Bitter, als dieser sein 50-jähriges Arztjubiläum feierte. Der Meller Magistrat ernannte Bitter zum Ehrenbürger Melles.

Die meisten historischen Aufnahmen zeigen das Haus Bitter von der Straße aus, doch das Foto aus dem Archiv des Meller Kreisblattes wurde vom Garten aus aufgenommen. Das zweigeschossige Bürgerhaus liegt fast ein wenig versteckt hinter den Obstbäumen. Solch eine grüne Oase findet sich heute an dieser Stelle nicht mehr. Vielmehr befindet sich hier ein Beton-Wohnblock, der mit dem ursprünglichen Gebäude überhaupt nichts mehr gemeinsam hat. Deshalb habe ich auch auf ein Vergleichsbild verzichtet und zeige die Gedenktafel, die an das alte Haus erinnert. Hartmut Wippermann hatte sie 2010 in der Alten Posthalterei gefunden. Allerdings verweist die Tafel nur auf den Sohn von Johannes Bitter, auf Bischof Albert Bitter, der lange Zeit Bischof in Schweden war. Als er sich zur Ruhe setzte, kehrte der vom Papst zum Titular-Bischof ehrenhalber ernannte Albert in sein Geburtshaus zurück, wo er 1926 verstarb. Auf Wippermanns Anregung hin, wurde neben die Gedenktafel eine Erläuterung zum Haus installiert, die auch Auskunft über Johannes gibt.

Ob auf der historischen Aufnahme Johannes Bitter oder sein Sohn zu sehen ist, vermag ich nicht zu entscheiden, da das Foto nicht datiert ist.