Mit Frauchen Begoña Struß Melle: Kollege Hund kommt mit zur Arbeit

Von Conny Rutsch

Irgendwo im Büro sucht sich Kollege Hund immer ein Plätzchen. Foto: C. RutschIrgendwo im Büro sucht sich Kollege Hund immer ein Plätzchen. Foto: C. Rutsch

Melle/Wellingholzhausen. Wenn Gerome vor der Küchentür im Büro steht, wissen alle, dass er trinken möchte. Und nicht nur Frauchen Begoña Struß aus Wellingholzhausen, sondern jeder der Mitarbeiter, der grade in der Nähe ist, kümmert sich um den Wassernapf ihres vierbeinigen Kollegen.

Der Airedale -Terrier Gerome ist zehn Jahre alt. Er lebt in der Familie von Begonã Struß zusammen mit deren Mann und zwei Töchtern, seit er sechs Wochen alt ist.

„Ich hatte immer viele Tiere und das meist gleichzeitig“, erzählt sein Frauchen. „Zwei Wellensittiche, zwei Wasserschildkröten, ein Hamster und die Fische in meinen sieben Aquarien sowie immer auch ein Hund machten mein Leben schon als Kind aus“, erzählt die tierliebende Frau.

Es sollte ein familienfreundlicher Hund sein, der in die Familie ziehen würde, und ein Wachhund außerdem. Schon immer mochte Begoña Struß diese Rasse mit den freundlichen Augen. Bei Schnee und Eis fuhr sie eines Tages im Januar zu einer Airedale-Züchterin in den Raum Frankfurt. „Ich hatte meinen Mädchen gesagt, dass nicht wir den Welpen aussuchen, sondern er uns“, erzählt sie. Und das tat das kleine Fellknäuel dann auch. „Er war nicht der schönste, sondern klein, mopsig und extrem tollpatschig“, lacht sie immer noch über die erste Begegnung. Als Gerome sechs Wochen alt war, brachte ihn die Züchterin nach Welling, blieb sogar eine Nacht, um zu sehen, wie es in der fremden Umgebung für den Hund sein würde.

Der alte Familienkater arbeitete kurzerhand an der Erziehung des Welpen mit. Und umgekehrt passte später der Hund auf den Kater auf, wenn der nach einer Tierarztbehandlung noch beduselt umher taumelte.

„Gerome begleitet mich überall hin“, erzählt Begoña Struß. Auch im Urlaub ist der Vierbeiner immer dabei. „In Paris wollten ihn uns sogar einige Araberinnen für viel Geld abkaufen und in Florenz fragten Japaner, ob sie mit ihm ein Foto machen dürften. Das ist schon ein komisches Gefühl. Fotos können natürlich gemacht werden, aber Verkauf, das kommt nicht in Frage.“ Ein Freund wird nicht für alles Geld der Welt verkauft. Das betont Geromes Frauchen sehr nachdrücklich. Und wenn Gerome gemütlich und lang ausgestreckt im Gang liegt und seine Streicheleinheiten bekommt, behauptet ein Kollege gerne mal: „Ich möchte Hund bei Struß‘` sein“, was Frauchen zum Lachen bringt.

Gerome ist einfach nur glücklich, wenn er sein Frauchen um sich hat, egal, ob beim Spaziergang im Wald oder im Büro. Und für eine ausgesprochen fröhliche Atmosphäre bei der Arbeit sorgt er im Kollegenkreis auf jeden Fall.