Martinsgans für alle Wellingholzhausen: St.-Martinsumzug mit 700 Teilnehmern

Die Kinder ließen die Bartholomäuskirche im Licht ihrer bunten Laternen strahlen. Foto: Christina WiesmannDie Kinder ließen die Bartholomäuskirche im Licht ihrer bunten Laternen strahlen. Foto: Christina Wiesmann

Wellingholzhausen. Bunte Drachen und dicke Eulen leuchteten am Sonntag in Wellingholzhausen um die Wette. Dort fand der traditionelle St.-Martinsumzug der Kindergärten „St. Ursula“ und „Sonnenblume“ statt.

Knapp 150 Kinder saßen bei Anbruch der Dunkelheit mit ihren Familien in der Bartholomäus-Kirche in Wellingholzhausen und lauschten der Geschichte von St. Martin. Er, der in einer eisig kalten Nacht seinen Mantel mit einem Bettler teilte, ist bekannt für seine Barmherzigkeit.

Mit einem Schattenkino untermalten die Mitarbeiterinnen der Kindergärten die Geschichte, staunend sahen die Kinder zu. Und da zu einem Umzug mit leuchtenden Laternen auch die passenden Lieder nicht fehlen dürfen, spielte die Heimatkapelle und alle sangen mit.

Weil das Wetter nicht mitspielen wollte, mussten die Mitarbeiterinnen der Kindergärten den geplanten Umzug ein wenig ändern. „Das Pferd und unser St. Martin sind heute leider wegen des Regens nicht da“, verriet Sabine Marks-Bartels, Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte Sonnenblume. Da es schließlich doch einigermaßen trocken war, wanderte der fröhliche Laternenumzug durch den Ort. Als Ziel hatten die Kinder ihren jeweiligen Kindergarten in der Uhlandstraße fest im Blick. Dort warteten Heißwürstchen und warme Getränke auf sie und ihre Familien. Tina Asbrock, Leiterin des katholischen Kindergartens St. Ursula resümierte: „Trotz des unbeständigen Wetters waren bestimmt 700 Kinder und Erwachsene unterwegs. Wir haben alles drinnen aufgebaut, dort konnten die Kinder auch nach dem Umzug noch ein bisschen spielen.“

Und sie bekamen eine gebackene Martinsgans. Auch das hat Tradition. Sabine Marks-Bartels erklärt: „Das ist ein alter Brauch und geht auf eine Legende um den heiligen St. Martin zurück. Er war selbst in Not geraten und mit seinem Pferd im Sumpf stecken geblieben. Kinder hörten seine Hilferufe und wollten den Bäcker, der schon wach war, zu Hilfe holen. Der kam jedoch nicht. So holten die Kinder ihre Freunde und alle leuchteten mit ihren Laternen den Sumpf aus. So konnte St. Martin den Weg aus dem Sumpf heraus finden.“ Und der Bäcker? Der musste fortan für die Kinder leckeres Backwerk herstellen.