Allgemeiner dualer Studiengang Berufsakademie Melle will sich breiter aufstellen

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BA-Schulleiter Joachim Martin kann sich gut vorstellen, künftig auch ein allgemeines Bachelor-Studium für Auszubildende anderer Berufszweige anzubieten. Foto: Michael HengeholdBA-Schulleiter Joachim Martin kann sich gut vorstellen, künftig auch ein allgemeines Bachelor-Studium für Auszubildende anderer Berufszweige anzubieten. Foto: Michael Hengehold

Melle. Gymnasiasten für eine Ausbildung zu begeistern, ist nicht leicht. Der Glaube, studieren zu müssen, nur weil man ein Abitur in der Tasche hat, ist weit verbreitet. Dabei ist ein Studium nicht jedermanns Sache – Abi hin oder her. Damit eine Ausbildung in einem der vielen örtlichen Unternehmen in Melle auch für Abiturienten attraktiv wird, könnte eine Idee der Berufsakademie Holztechnik zum Tragen kommen.

Mit einem berufsbegleitenden allgemeinen Studium könnte die Lehre aufgewertet werden. Das Konzept für ein solches Studium hat Schulleiter Joachim Martin schon in der Schublade.

Parallel zu einer Ausbildung würde die BA ein allgemeines Studium anbieten, das in der Zeit stattfindet, in der die Auszubildenden keine Berufsschule haben, also in den Oster-, Sommer- und Herbstferien. Über vier Jahre würden Azubis dann ausbildungs- und berufsbegleitend einen Bachelor-Abschluss erwerben. Wie genau dieser Abschluss heißen könnte, steht noch nicht fest. Diese Form des Studiums, das die BA für viele Branchen öffnen würde, ist ja auch eine Idee. Nun hofft Schulleiter Martin, dass aus der Idee auch konkrete Pläne entstehen.

Regionalen Mittelstand ansprechen

„Wir würden damit den regionalen Mittelstand ansprechen und auch Berufe, in denen es solche Modelle noch nicht gibt“, erklärt Joachim Martin sein Konzept. Außerdem denkt Martin an die Abiturienten, die sich eingestehen, dass ein Hochschulstudium doch nicht das Richtige wäre.

Unterstützung für seine Idee bekommt der Schulleiter von der Wirtschaftsförderung der Stadt. „Das ist ein Konzept, das ich absolut begrüße“, sagte der Wirtschaftsförderer Hartwig Grobe. Der Wirtschaftsstandort Melle wachse dynamisch und der Bedarf an Fachkräften nehme zu. „Die Qualifizierung vor Ort wird eines der wichtigsten Themen der Wirtschaftsförderung der nächsten Jahre“, meinte Grobe. Da könnte die BA neben den anderen Bildungseinrichtungen in Melle eine wichtige Rolle spielen.

Knackpunkt des Konzepts ist jedoch die Finanzierung. Um das duale Studium in vielen Branchen anzubieten, benötigt die BA Geld. Und das müsste von den Unternehmen kommen. Denn die BA ist eine private Einrichtung.


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