Kunst für den Frieden Ausstellung in Melle zum Ersten Weltkrieg

Von Conny Rutsch

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Vor dem Triptychon „Kobane 2014“ postierten sich einige der Künstler: Jens Raddatz, Jelena Reinert, Tina Schick, Sylvia Lüdtke und Henning Heigl (von links). Foto: Conny RutschVor dem Triptychon „Kobane 2014“ postierten sich einige der Künstler: Jens Raddatz, Jelena Reinert, Tina Schick, Sylvia Lüdtke und Henning Heigl (von links). Foto: Conny Rutsch

Melle. Kunst als Beitrag zum Frieden. Mahnen wollen die Künstler, die ihre Bilder in einer Ausstellung zeigten, die am Donnerstagabend in der Alten Posthalterei eröffnet wurde und bis Sonntag zu sehen war.

Elf Männer und Frauen setzen sich mit einem Thema auseinander, das jeden der Künstler auf eine andere Art und Weise zum Ausdruck drängt. „re:set, Erster Weltkrieg im Landkreis Osnabrück“ ist der Titel einer Reihe von Veranstaltungen, die unter dem Motto „Heute können wir wählen – Zusammen:Leben in Europa 1914 bis 2014“ vom Kulturbüro und des Europe Direct Informationszentrums des Landkreises Osnabrück laufen.

Bildmontagen, Acryl auf Leinwand, Siebdruck auf Stahlblech und viele Techniken mehr nutzen die Künstler (Sylvia Lüdtke, Tina Schick, Sybille Hertel, Henning Heigl, Manfred Heinze, Jens Raddatz, Jelena Reinert, Mechtild Wendt, Kerstin Hehmann, Günter Sponheuer, Monika Hamann) für ihre beeindruckenden und aufrüttelnden Bilder und Objekte. Sylvia Lüdtke stellte sich im Vorfeld für ihre Papierarbeit etwa die Frage: „Was motiviert junge Menschen, ihr privates Glück aufzugeben und für das vermeintlich höhere Ziel in den Krieg zu ziehen?“ Jelena Reinert legt mit ihrer Installation aus Seide den Fokus auf die Flüchtlingssituationen. Sie tauchte ihre Füße in Farbe und wanderte auf einer Seidenbahn aus einem Flüchtlingslager bis zu den traumatisierten Frauen- und Kindergesichtern, die den Betrachter erschütternd lebensnah ansehen: „Europa 2014 hat die Verpflichtung gegenüber denen, die Heimat verloren oder nie gehabt haben.“.

Günter Sponheuer hat aus seiner Lehrerzeit alte Schülerarbeiten zum Thema Krieg aufgearbeitet, erklärt allerdings: „Das Thema Krieg kann in der Kunst kein Thema mehr sein, weil es schwierig ist, es künstlerisch glaubwürdig zu gestalten.“ Die Ukraine-Krise habe ihn dann aber doch zu einer bildnerischen Auseinandersetzung gebracht.

Kreisrat Matthias Selle begrüßte die Vernissagebesucher und betonte, dass viele bedeutende Künstler freiwillig in den Ersten Weltkrieg gezogen seien und die Kunst heute einen Bildungsauftrag innehabe. Jens Raddatz, Vorsitzendes des Bundes Bildender Künstler Osnabrück, dem die Künstler dieser Ausstellung angehören, führte nicht im eigentlichen Sinn in die Kunstwerke vor Ort ein, sondern betrachtete Leben und Werk der Käthe Kollwitz, deren Kunst sich im Laufe ihres Lebens und der Kriegserfahrungen gewandelt hat.

Einen halbstündigen Vortrag zum Thema „Friedenssicherung statt Kriegstreiberei“ mit Blick auf die Rolle des Militärs in Europa hielt Patrick Schult, Oberleutnant und Jugendoffizier der Bundeswehr.


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