Kleine Sensation an der Else Erstmals wieder Fischotter bei Melle nachgewiesen

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Liebt naturnahe Gewässer und Ruhe: der überwiegend nachtaktive Fischotter. Foto: dpaLiebt naturnahe Gewässer und Ruhe: der überwiegend nachtaktive Fischotter. Foto: dpa

Bruchmühlen. Für Meller Natur- und Tierfreunde ist es eine kleine Sensation: Nach rund 50 Jahren ist erstmals wieder ein Fischotter an der Else bei Bruchmühlen nachgewiesen worden.

„Trittsiegel und inzwischen analysierte Kotspuren beweisen eindeutig, dass es sich um einen Fischotter handelt, wir freuen uns riesig darüber“, erklärten Volker Tiemeyer von der Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON) sowie Fritz Mithöfer, Vorsitzender der Jägerschaft Melle. Es gebe sogar bereits neue und ganz aktuelle Funde. Mitarbeiter der biologischen Station Herford werden jetzt Wildkameras aufstellen, um Bilder von dem oder den Ottern zu bekommen. „Wir wollen sichergehen, dass es sich nicht um ein Einmalvorkommen handelt“, berichtete Tiemeyer. Außerdem hat seine Stiftung die Biologin und Otterspezialistin Anja Roy (Lienen) hinzugezogen.

„Wegen ihrer heimlichen Lebensweise haben Otter möglicherweise bereits häufiger im Grönegau verweilt, als es den Anschein hat“, sagten Tiemeyer und Mithöfer. Dennoch kann nach ihrer Ansicht bisher noch lange nicht von einer festen Etablierung des Fischotters in der hiesigen Fauna gesprochen werden. Es mehren sich jedoch die Fakten, dass der Otter zumindest mittelfristig regelmäßig unsere Region bereichern könnte. „Wir müssen abwarten, ob Ottern die Else schmeckt“, meinte Tiemeyer. „So oder so, die Freude über den Nachweis ist außerordentlich groß und kann von der Bedeutung her fast mit der Wiederbesiedlung Melles durch den Weißstorch verglichen werden“, sagte Mithöfer.

Woher der Fischotter stammt, ist völlig offen. „Es ist gut möglich, dass er über die Warmenau, die über weite Strecken noch einen naturnahen Charakter besitzt, Bruchmühlen erreicht hat“, so Tiemeyer. Ohnehin benötigt diese possierliche Marderart einen Lebensraum, der sich durch abwechselungsreiche Uferstrukturen mit Gehölzen kennzeichnet.

Ende des 19. Jahrhunderts waren Fischotter in Melles Gewässern noch weit verbreitet. Neben der Else zählten ihre Nebengewässer wie Laerbach und Violenbach sowie etliche Mühlenteiche zu ihren Lebensräumen. Eine intensive Nachstellung setzten der Art im Laufe der Zeit schwer zu. Galt sie doch zu jener Zeit „als gefährlichster Feind der Fische“. Auch ihr Fell war sehr gefragt. Der Ausbau und die Verschmutzung der Fließgewässer taten ihr Übriges.

In Kürze werden die SON und die Jägerschaft Melle intensiv prüfen, wie sie dem Otter in Melle ein dauerhaftes Zuhause bereiten oder zumindest optimierte Lebensräume schaffen können. Jetzt gehe es darum, weitere Nachweise dieser überwiegend nachtaktiven Tiere zu erbringen und sie in ein Schutzkonzept einfließen zu lassen. „Dabei können ganz besonders die Meller Angler einen wertvollen Beitrag leisten“, freuen sich Mithöfer und Tiemeyer über eine mögliche Beteiligung. Generell sollten aber auch alte Otter-Nachweise mitgeteilt werden.

Alle Bürger, die entsprechende Beobachtungen gemacht haben oder aus alten Schilderungen über Vorkommen berichten können, können unter 05422/9289328 mit der SON oder unter 05422/ 44045 mit der Jägerschaft Kontakt aufnehmen.


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