Zugspitze stand beim Namen Pate Höchster Punkt von Melle liegt in Buer

Von Christoph Franken


Buer/Oldendorf. Unserer Berichterstattung über den Hesterbrink als höchste Erhebung Melles hat insbesondere in Oldendorf Erstaunen ausgelöst. „Die Anhöhe steht doch auf Oldendorfer Gebiet“, meinten gleich zwei Anrufer.

Ein Bueraner wiederum verwies darauf, dass die Kuppe vor Jahren im Rahmen eines Gebietstauschs von Oldendorf an Buer abgegeben worden sei.

Beides stimmt nicht: Der 234,3 Meter hohe Hesterbrink gehört tatsächlich zu Buer und das seit ewigen Zeiten. Allerdings liegt die Grenze zu Oldendorf nur 30 Meter entfernt. „Das ist auch der Grund, warum sich der Heimat- und Verschönerungsverein Buer um den Top of Melle kümmert“, erklärte Jürgen Krämer auf Anfrage für den Verein. Der Wegewart der Bueraner Heimatfreunde, Hartmut Langenberg, räumte mit der Mär eines Gebietstauschs auf: „Ein solcher Gebietstausch hat dort nie stattgefunden.“

Für Verwirrung bei Wanderern sorgt vielleicht eine Sitzbank am Zugangsweg zu dem höchsten Punkt. Sie ist nämlich vom Heimat- und Verschönerungsverein Westerhausen-Föckinghausen aufgestellt worden.

Gut ausgeschildert

Abgesehen von diesen kleinen Aufgeregtheiten zwischen zwei Nachbar-Stadtteilen aber ist ein Ausflug zum „Top of Melle“ wegen der schönen Landschaft und des tollen Blicks unbedingt empfehlenswert. Der englische Begriff ist übrigens abgeleitet von der Zugspitze: Die nämlich wird von den bayrischen Tourismusmanagern international als „Top of Germany“ vermarktet.

Da beruhigt es aber, dass die Heimatfreunde aus Buer den Weg zur höchsten Meller Erhebung nicht nur mit einem eigenen Wanderweg hervorragend ausgeschildert haben, sondern auch Deutsch sprechen. Denn der Weg wird glücklicherweise mit dem Kürzel „HP“ markiert, was für „Höchster Punkt“ steht.

Wer von Oldendorf in Richtung Buer fährt, passiert nach Gut Ostenwalde die Ortschaft Ostenwalde. Dort zweigt links die kleine Straße „Moselerberg“ ab und windet sich durch den Wald hinauf zur kleinen gleichnamigen Siedlung. Hinter deren letztem Haus führt ein Feldweg auf die Kuppe, auf der weit sichtbar ein gar nicht so kleiner Funkmast steht.

Folgt der Wanderer nun den Schildern mit „HP“, landet er in einer mit jungen Buchen aufgeforsteten Lichtung. Dort steht der Findling samt Metallplatte, auf der der „Hester Brink im Moseler Berg“ als höchste Erhebung ausgewiesen ist. Von der Bergkuppe eröffnet sich ein weiter Blick über die Sternwarte Richtung Westen, wo bei guter Fernsicht sogar das Kraftwerk Ibbenbüren zu erkennen ist.