Eine Trompete für die Orgel Neues Pedalregister für die Kirche St. Marien bei Melle

Von Conny Rutsch

Über ein neues Pedalregister in Sondermühlens Kirchenorgel freuen sich: Josef Theißing und Frank Finkmann (Sparkasse Melle, links und rechts), Orgelbauer Mathias Johannmeier, Organist Stephan Lutermann und Sigrid Kleine-König aus dem Kirchenvorstand (Mitte, von links). Foto: Conny RutschÜber ein neues Pedalregister in Sondermühlens Kirchenorgel freuen sich: Josef Theißing und Frank Finkmann (Sparkasse Melle, links und rechts), Orgelbauer Mathias Johannmeier, Organist Stephan Lutermann und Sigrid Kleine-König aus dem Kirchenvorstand (Mitte, von links). Foto: Conny Rutsch

Neuenkirchen. Eine Trompete hat Einzug in die St.-Marien-Kirche in Sondermühlen gehalten. Bei den Renovierungsarbeiten der Orgel, die 1890 gebaut wurde, stellte sich heraus, dass für das Pedal ein Register vorgesehen war, aber nie eingebaut wurde.

„Die Laden, in der die Pfeifen stehen, waren schon vorbereitet, aber nie genutzt“, erzählt Stephan Lutermann , der Organist. Auch ein Registerzug, den der Orgelspieler für das Erklingen des nicht vorhandenen Registers hätte betätigen können, war schon unbeschriftet eingebaut worden.

Eineinhalb Jahre lang suchte Stephan Lutermann, um die Pfeifen zu finden, die in die alte Orgel und zu ihrem Klang passen könnten. In Berlin-Karlshorst wurde er fündig. Für Anna-Amalia, Prinzessin von Preußen und Schwester Friedrichs des Großen, wurde 1755 eine Hausorgel für das Balkonzimmer gebaut.

Mit 27 Pfeifen

Diese Orgel erlebte eine wechselhafte Geschichte und wurde schlussendlich aus der Nicolaikirche in Berlin ausgelagert. Das Trompetenregister nutzte die Orgelbaufirma in den 60er-Jahren bei Renovierungsarbeiten nicht mehr, es stand zum Verkauf.

Mathias Johannmeier , der Orgelbauer aus Bad Essen, der sich seit vielen Wochen um die Instandsetzung des Instrumentes in Sondermühlen kümmert, sagt begeistert: „Das Material der Pfeifen ist super. Es war eine Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen.“ Innerhalb von drei Tagen wurden der Kauf und die Abholung der 27 Pfeifen perfekt gemacht. Die größte von ihnen ist etwa zwei Meter lang.

Die Kreissparkasse Melle beteiligte sich mit 2500 Euro an den Transportkosten sowie dem Einbau der Orgelpfeifen, die den Klang der einmanualigen Orgel jetzt komplett machen.

Sigrid Kleine-König, stellvertretende Kirchenvorsteherin in Sondermühlen, drückte ihre Begeisterung für das neue Register, das Stephan Lutermann mit einer spontanen musikalischen Hörprobe Frank Finkmann und Josef Theißing von der Sparkasse zum Pressetermin vorstellte, mit einem Wort aus: „Fantastisch.“

Die Orgel wird nach der Renovierung am kommenden Sonntag um 9 Uhr in der Marienkirche in Sondermühlen in einer Messe mit viel Musik wieder in Betrieb genommen.