Lob und Kritik kommen an Konstruktiver Leserstammtisch in Melle-Wellingholzhausen

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Kritik, Lob und Ideen in geselliger Runde: Redakteurin Simone Grawe (links) und die engagierten Leser in Wellingholzhausen. Foto: Christina WiesmannKritik, Lob und Ideen in geselliger Runde: Redakteurin Simone Grawe (links) und die engagierten Leser in Wellingholzhausen. Foto: Christina Wiesmann

Wellingholzhausen. Donnerstagabend – Leserstammtisch in Wellingholzhausen. Knapp 20 Bürger waren der Einladung des Meller Kreisblatts ins Gasthaus Schrage gefolgt, um gemeinsam mit Redakteurin Simone Grawe in lockerer Runde zu diskutieren.

Nach dem Motto „Feuer frei!“ machte Ortsbürgermeister Bernd Gieshoidt den Auftakt. „Die Besetzung der Presse bei den Ortsratssitzungen ist nicht gut. In drei Jahren war viermal kein Redakteur anwesend. Das macht es für uns natürlich schwierig, weil örtliche Belange vertreten werden.“

Der Meinung schloss sich auch Herla Wendelin-Feindt vom Ortsverband der CDU an: „Es würde Wertschätzung erfahren, wenn das Meller Kreisblatt zu Mitgliedsversammlungen der Parteien käme.“ Simone Grawe erklärte, dass dahinter keine böse Absicht stecke: „Wir wissen um das Problem, aber bei der Vielzahl von Mitgliederversammlungen in acht Stadtteilen ist es personell nicht leistbar, alle Termine zu besetzen.“

Gerd Nüsse ergänzte: „Es gibt viele, die sich im Ort engagieren. Darüber sollte dann auch geschrieben werden.“ Die Anwesenden stimmten ihm zu.

Dass die „Themen in aufeinanderfolgenden Jahresverläufen sich immer wiederholen“, ist Josef Falke aufgefallen. Ihm gefällt im Bereich der Kommunalpolitik der Begriff „Feierabendpolitiker“ nicht: „Die örtliche Politik ist ernst zu nehmen.“ Falke hatte auch eine Anregung parat, die beim Leserstammtisch gut ankam: „Über den Südkreis erfahren wir nichts, dabei sind Hilter und Dissen ebenso wie Melle sieben Kilometer von Wellingholzhausen entfernt. Ein ‚Blick über den Berg‘ wäre wünschenswert.“

Häufig werde in Artikeln der Bereich „Landwirtschaft“ schlecht dargestellt, nur bei Skandalen werde berichtet. „Wir Landwirte haben den Eindruck, dass sich zu oft Laien als Experten darstellen“, moniert der stellvertretende Ortsbürgermeister Heiner Niederniehaus. Denkbar erscheint ihm eine Serie über landwirtschaftliche Betriebe in den Stadtteilen. Wie arbeiten diese? Wo liegt ihr Schwerpunkt? „Das wäre spannend, und einige Landwirte würden sicher gerne mitmachen.“ Diese Anregung nahm Simone Grawe gern auf.

Im Lokalteil könnte es mehr für Kinder geben, denn sie sind die nächste Lesergeneration. Marie-Luise Lumme schlug vor: „Eine Seite mit Geschichten oder Rätseln – nicht nur zur Weihnachtszeit – wäre eine tolle Sache.“

Lob gab es von Friederike Hemker von der Initiative „ Keine 380-kV-Freileitung am Teuto “: „Die Bürgerinitiative ist froh über die objektive Berichterstattung.“ Frank Vornholt ergänzte: „Wir loben die gute Zusammenarbeit, die für uns natürlich besonders wichtig ist.“

Die Idee, dass bestimmte Redakteure als feste Ansprechpartner für die Stadtteile da sind, erscheint Vornholt wichtig. So sind diese im Thema, es muss nicht lange erklärt werden, worum es geht. Interessant wäre ein funktionierendes Netzwerk vor Ort, das mit der Redaktion in Kontakt steht.

„Ein guter Vorschlag,“ antwortete Simone Grawe. Sie nahm die Anregung gern auf. Nach Rücksprache mit Bernd Gieshoidt soll dieses Netzwerk mit fünf Ansprechpartnern aus verschiedenen Bereichen alsbald installiert werden, um somit die Kontakte zwischen der Redaktion und dem Stadtteil zu vertiefen.

Ein dickes Lob gab es auch für die Sportberichterstattung. Sie sei übersichtlich, und die Leser „werden gut bedient“.

In gemütlicher Runde klang der Leserstammtisch aus. „Kritik und Lob sind angekommen, das ist wichtig“, betonte Simone Grawe. „Und damit lässt sich einiges anfangen.“


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