Initiative übergibt Box an Bürgermeister Scholz 1304 Einwendungen aus Melle gegen die Stromtrasse

Von Simone Grawe

Eine Box mit 1304 Einwendungen überreichte die Initiative an den Bürgermeister (von links): Friederike Hemker, Josef Vogt, Lilli und Frank Vornholt, Reinhard Scholz, Katja Vornholt und Dieter Knappe. Foto: Simone GraweEine Box mit 1304 Einwendungen überreichte die Initiative an den Bürgermeister (von links): Friederike Hemker, Josef Vogt, Lilli und Frank Vornholt, Reinhard Scholz, Katja Vornholt und Dieter Knappe. Foto: Simone Grawe

Melle. Welch eine Resonanz: Eine Box mit 1304 Einwendungen gegen die geplante Stromtrasse zwischen Lüstringen und Gütersloh hat die Initiative „Keine 380-kV-Freileitung am Teuto“ am Freitag Bürgermeister Reinhard Scholz übergeben.

Von dieser hohen Zahl an Unterschriften war Initiativensprecher Frank Vornholt mehr als überwältigt. Hatte sich die Initiative bei der Einleitung des Raumordnungsverfahrens noch zuversichtlich geäußert, entlang des kompletten Streckenabschnitts von Lüstringen nach Wellingholzhausen mehr als 1000 Einwendungen zu erreichen, so wurde inzwischen die Marke von 5000 überschritten, für Frank Vornholt nicht nur ein deutliches Signal, sondern ein dickes Ausrufezeichen, das nun an die Politik gesendet wird.

Geschlossenes Signal

Er bedankte sich bei der Übergabe der Einwendungen vor dem Stadthaus bei allen Menschen für die überwältigende Unterstützung. Darin schloss er insbesondere die rund 50 Unternehmer aus Wellingholzhausen mit ein, die sich dem Protest ebenfalls angeschlossen hatten. Nun liege es an der Politik auf den höheren Ebenen, ob sie diese starke Meinungsäußerung bei einer Bewertung übergehen oder ernst nehmen werde, meinte Vornholt.

Die große Zahl an Einwendungen zeige, wie groß die Betroffenheit in der Bevölkerung sei und wie ernst und bewusst die Menschen mit dem Thema der Energiewende befasst seien, äußerte sich Reinhard Scholz. Es werde sehr wohl unterschieden, dass es keine Totalablehnung gegenüber neuer Trassenplanung geben könne: „Hier gilt es aber, die Belange von Natur und Menschen zu berücksichtigen,“ sagte der Bürgermeister, der der Initiative großen Respekt für ihre Arbeit zollte.

Diese Auffassung teile auch der Stadtrat, der in einer Stellungnahme ebenfalls den Protest unterstützt: „Ein geschlossenes Signal aus Melle, das auch die Stadt hinter der Forderung der Initiative steht,“ untermauerte Reinhard Scholz die Position der Ratsmitglieder.

Gegenüber der Initiative, die mit der „Kabelzugmaschine“ vor das Stadthaus gekommen war, kündigte er an, dass die Einwendungen Anfang der Woche an das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems in Oldenburg geschickt werden. Auch der Stadtrat wird sich weiter mit dem Thema auseinandersetzen.