Dank Caritas und Helfern Syrer fühlen sich in Melle willkommen

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Melle. 77 Syrer, 43 Männer und 34 Frauen, halten sich wegen des Bürgerkrieges in ihrer Heimat zur Zeit in Melle auf. Viele der Flüchtlinge werden von Mitarbeitern der Caritasberatungsstelle am Kohlbrink betreut und von Integrationslotsen angeleitet.

Mohammed Alhalawani (54) ist einer der so genannten Kontingent-Flüchtlinge (siehe auch nebentshende Info-Box). In seiner heftig umkämpften Heimatstadt Homs war er gut situiert und betrieb genmeinsam mit seinem Bruder zwei Bäckereigeschäfte. 2011 begann das Bombardement der Stadt, 2012 flüchtete Alhalawani mit seiner Frau und vier Kindern in den Libanon. „Es war schwieerig, von da aus überhaupt etwas zu erfahren, außer, dass mein Haus völlig zerstört ist“, berichtete der Flüchtling in der Beratungsstelle am Kohlbrink.

Übersetzt wurde das Gespräch in perfektem Deutsch von Integrationslotsin Hanadi El Khatib. Die Libanesin unterstützt Flüchtlinge unter anderem bei Behördengängen, beim Schriftverkehr, bei der Wohnungssuche oder bei ganz alltäglichen Problemen in der neuen Umgebung. „Eigentlich mögen sich Libanesen und Syrer nicht, aber das spielt hier keine Rolle, denn Menschen aus Kriegsgebieten muss einfach geholfen werden“, betonte sie.

Im Oktober 2013 erhielt diFamilieAlhalawani aus der deutschen Botschaft in Beirut die Nachricht, dass sie zu den Kontingent-Flüchtlingen gehört. Am 30. Januar 2014 landetee alle fünf in Hannover, kamen zunächst in das Auffanglager nach Bramsche und 14 Tage später nach Melle. „Wir als Caritas und die Integrationslotsin haben sie sofort empfangen und uns um eine Wohnung gekümmert“, berichtete Sozialarbeiter Michael Pohlmeyer von der Beratungsstelle.

Auf die Frage, was Mohammed Alhalawani als nächste vorhabe, antwortete er sofort. „Vorrangig die deutsche Sprache lernen und dann am liebsten ein Backwarengeschäft eröffnen.“ Das gelte natürlich auch für seine Familie: Seine Kinder wollten entweder studieren oder arbeiten. „Aber Deutsch ist die Voraussetzung für alles“, ist dem Familienvater klar. Er sei glücklich und dankbar, hier in Sicherheit zu sein und unterstützt zu werden. Ob er denn nach Homs zurückkehren wolle? „Ja, sobald dort stabile Verhältnisse herrschen, werden wir dort alles wieder aufbauen“.

Sollte das auf absehbare Zeit nicht möglich sein, sieht Caritas-Geschäftsführerin Carina Uhlen dennoch gute Chancen: .Viele Asylsuchende aus Syrien sind Akademiker und die aus Großstädten sprechen sehr gut englisch und verfügen über Auslandserfahrung. „Die wollen sich weiterbilden und dann hier Fuß fassen.“


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