Kleines Tier trägt großen Namen Der Schoßhund einer Zarin lebt in Bruchmühlen

Von Conny Rutsch

Die kleine „Zarenhündin“ Cinzia ist der Liebling von Birgit Peuser und ihrer Familie.

            

              
              Foto: Conny RutschDie kleine „Zarenhündin“ Cinzia ist der Liebling von Birgit Peuser und ihrer Familie. Foto: Conny Rutsch

Bruchmühlen. Sie trägt einen bedeutenden Namen: Bolonka Zwetna. Noch gewaltiger klingt der deutsche Name dieser Rasse: Russischer Zarenhund. Wer jetzt aber einen kalbsgroßen Hunderiesen mit furchteinflössendem Gebiss erwartet, liegt völlig falsch.

Mit kugelrunden Knopfaugen schaut „Cinzia“ in die Welt. Bei einer Höhe von knapp 30 Zentimetern wirkt sie keineswegs wie der Schutzhund eines Zaren. „Aber ein Wächter ist sie doch“, erzählt ihre Besitzerin Birgit Peuser aus Bruchmühlen, „und ein Herzensbrecher“, fügt sie hinzu.

Die Liebe zu dieser Hunderasse entstand bei ihrer Familie während eines Urlaubs auf Fehmarn. Ein winziges Fellbündel an der Leine auf ihrem Campingplatz erregte ihre Aufmerksamkeit. Und das war wohl die Liebe auf den ersten Blick. Für den Rest des Urlaubs besuchte Familie Peuser den Besitzer des kleinen Welpen und ließ sich alles über die Rasse Bolonka Zwetna erzählen. Zuhause wurde gegoogelt, nach Züchtern gesucht, und dann, ein Jahr später war es soweit. Die kleine schokobraune „Cinzia“ zog in die Familie ein. „Ein großer Vorzug dieser Rasse ist, dass die Hunde nicht haaren, also auch für allergische Menschen geeignet sind“, erzählt Birgit Peuser und schwärmt von dem kleinen quirligen Kobold. Die kleine Hündin ist sehr menschenbezogen, und „möchte am liebsten dauernd gekrault werden“, beschreibt ihr Frauchen und lacht: „Sie ist eben ein richtiger Schoßhund.“ Und das war die Rasse sogar für die russische Zarin Katharina die Große, die sich immer mit gleich mehreren Bolonkas umgab. Eben ein echter Zarenhund .

Jedes Jahr einmal fährt Familie Peuser nach Schlitz in der Rhön zum großen „Bolli“treffen, wie ihre Besitzer den Rassenamen abkürzen und freut sich an den lustigen Hündchen, die dort in vielen Farbvariationen und Haarlängen miteinander umhertollen.

„Cinzia“ hat ihre Familie im Griff, die Herzen im Sturm erobert und sich zu ihren Menschen sogar noch einen besten Freund ausgesucht.

Auf dem Fußboden in der Küche der Familie steht ein kleiner Käfig. Dort wohnt Zwerghamster Mäxchen. Und wenn der sich vor seinem verdienten Tagschlaf noch ein Möhrenscheibchen gönnt, dann stattet ihm „Cinzia“ ihren morgendlichen Besuch ab. Sie drückt ihr knallschwarzes Näschen zwischen die Gitterstäbe und lässt es sogar zu, dass ihr der kleine Hamster im Fell herumknuspert. Mäxchen hat überhaupt keine Angst vor der Hündin, und diese macht wiederum keine Anstalten, ihrem kleinen Kumpel etwas antun zu wollen. Ein ungewöhnlicher Hund eben, der kleine Bolli mit dem großen Namen.