Kein Graffiti Seltsame Streifen auf Meller Straße zu sehen

Von Martin Heuer

Wie moderne Kunst gestalten sich die Ausbesserungsmaßnahmen an den Fahrstrecken – hier der Kampstraße. Foto: GraweWie moderne Kunst gestalten sich die Ausbesserungsmaßnahmen an den Fahrstrecken – hier der Kampstraße. Foto: Grawe

Melle. Moderne Kunst auf den Fahrbahnen in der Meller Innenstadt? Weit gefehlt. Die schwarzen Muster auf den Straßen dienen der Verkehrssicherheit. Es handelt sich um bituminöse Vergussmassen, mit denen die Oberflächen ausgebessert werden.

„Nein, mit Kunst oder Graffiti hat die Sache nichts zu tun“, stellt Melles Tiefbauamtsleiter Thomas Große-Johannböke klar. Es handele sich vielmehr um die Premiere einer Vorbeugung von größeren Schäden an den Fahrbahnen. „Es werden tiefere Rinnen, die sich in den Straßen gebildet haben, mit Hochdruck gereinigt und dann mit einer bituminösen Masse vergossen“, erklärt der Fachmann.

Premiere in Melle

Diese in Melle erstmals angewendete Methode habe sich in Nachbargemeinden, wie zum Beispiel Bissendorf, als durchaus praktikabel erwiesen. „Wenn man die Rinnen nicht mit Bitumen vergießt und sie sich im Winter mit Wasser füllen, kann das zu größeren Frostschäden führen“, weiß Große-Johannböke.

Die Flexibilität der Bitumenmasse ist so, dass die Bewegungen der Straßenoberfläche mitgemacht werden, ohne zu reißen. Die Bindung der Masse an den Asphalt ist sehr gut, sodass alle Spalten vollständig und zuverlässig gefüllt werden.

In Melle ist nicht nur die Kampstraße, sondern auch andere Straßen wie zum Beispiel der Osterkamp von den Vorsorgemaßnahmen, sprich der Ausbesserung mit den dauerhaften elastischen Dichtungen, betroffen.

Was für die einen also von Vorteil ist, erweist sich für die anderen als Nachteil: Denn die blanke Bitumenoberfläche kann sich für Motorradfahrer durchaus als Gefahr herausstellen. Während schmale Bitumenstreifen in Querrichtung zumeist harmlos sind, entpuppen sich gerade Bitumenstreifen in Fahrtrichtung wegen des niedrigen Reibungskoeffizienten oft als Gefahrenpunkt – vor allem bei Nässe oder hohen Temperaturen.

Leichte Verformbarkeit

Denn schon bei 23 Grad Lufttemperatur besteht eine leichte Verformbarkeit des Materials. Biker sprechen in diesem Fall gerne von „Glatteis im Sommer“. Wegen der Unfallgefahr wird also insbesondere Motorradfahrern wie auch Radfahrern im Sommer eine vorsichtige und vorausschauende Fahrweise empfohlen. Insbesondere bei Kurvenfahrten sollte daher auf extreme Schräglagen verzichtet werden.