Gedenktag mit Zukunftsaussichten Schüler des Gymnasiums Melle berichten von Exkursion

Von Konstantin Stumpe


Melle. Drei Schüler des Gymnasiums Melle werden am Sonntag, am Volkstrauertag, eine Rede halten. In ihrem Vortrag bei der Gedenkveranstaltung im Grönenbergpark wollen die Jugendlichen auf eine ganz andere Art des Gedenkens hinweisen, wie sie es bei ihrer Exkursion in das belgische Melle kennengelernt haben (wir berichteten). Dort waren die Elftklässler bei der 100-jährigen Gedenkfeier zur Erinnerung an den ersten Weltkrieg zu Gast.

„Überall an den Kneipen hingen Plakate, die auf das Gedenkfest hinwiesen. Die Erinnerungskultur ist dort viel stärker ausgeprägt, als in Deutschland“, erklärt der Schuldirektor Ludwig Woll, der auch an der Exkursion teilgenommen hat.

„Wir wollen von unseren Erfahrungen erzählen und weitergeben, was wir in Belgien erlebt haben“, begründet Clara Mehlhase die Entscheidung, eine Rede zu halten. Zusammen mit ihren Mitschülern Shannon Vallo und Mats Wolke hat sie die Rede zum Volkstrauertag vorbereitet.

Den Anstoß dafür hat jedoch Gerda Hövel, Ortsbürgermeisterin und Landtagsabgeordnete, gegeben. „Ich habe aus der Zeitung von dem tollen Projekt der Schüler erfahren.“

Kurzerhand griff sie zum Telefon und sprach mit dem Seminarfachleiter Bernd Reifenberger über eine Beteiligung der Schüler an der Gestaltung des Gedenktages.

Die Schüler waren sofort begeistert von der Idee, ihre Erfahrungen mit der Öffentlichkeit zu teilen. „Wir wollen von unseren Erlebnissen in Belgien erzählen. Es wäre schade, wenn unser Projekt nur schulintern für Aufmerksamkeit sorgt“, meint Shannon Vallo. Auch Mats Wolke will seine Erfahrungen weitergeben: „Wir haben so viel Arbeit in das Projekt gesteckt, nun wollen wir unsere Erfahrungen auch teilen.“

Die ergreifenden Momente bei der Gedenkfeier in Beligien, wirken bei den Schülern bis heute nach. „Es war sooo anders, ich rede nur noch, ohne Punkt und Komma, über Belgien, es ist spannend auch Mal eine andere Sichtweise auf die Geschehnisse im ersten Weltkrieg bekommen zu haben“, schwärmt Shannon Vallo.

Gerda Hövel hofft , dass die Rede der Schüler bei den Zuhörern für ein Umdenken sorgt. „Die Veranstaltung zum Volkstrauertag soll eine werden, die den Blick in die Zukunft wirft und kein bloßes Gedenken bleibt. Besonders junge Menschen sollen für das Ereignis begeistert werden.“

Neben den Rednern spielt außerdem die Bläsergruppe des Gymnasiums. Auch einige Ratsschüler sind beteiligt.