Vornholt erhält Antwort von Minister Meyer Stromtrasse: Initiative ist enttäuscht vom Land

Von Simone Grawe

Starkstrommasten, wohin das Auge reicht. Der Netzausbau ist auch in der heimischen Region weiter in der Kritik. Foto: dpaStarkstrommasten, wohin das Auge reicht. Der Netzausbau ist auch in der heimischen Region weiter in der Kritik. Foto: dpa

Wellingholzhausen. Erfreut über die grundsätzliche Übereinstimmung in der Forderung nach einer Erdverkabelung - enttäuscht über mangelndes Engagement der Landesregierung: So bewertet Frank Vornholt das Antwortschreiben von Landwirtschaftsminister Christian Meyer.

Der Sprecher der Bürgerinitiative „Keine 380-kV-Freileitung am Teuto“ hatte sich im August in einem Schreiben an den niedersächsischen Landwirtschaftsminister und an seinen Ministerkollegen Stefan Wenzel vom Umweltressort gewandt, um seiner Forderung nach einer Erdverkabelung bei der Neutrassierung der Höchstspanungsleitung von Lüstringen nach Gütersloh Nachdruck zu verleihen. Insbesondere das Abweichen von den ursprünglichen Planungsabsichten, die eine Streichung der Mindestabstände von 400 Metern in Siedlungen und 200 Metern in Außenbereichen festschrieb, kritisierte Vornholt dabei vehement. Denn das heißt für Netzbetreiber Amprion: Die vorgegebenen Mindestabstände der Stromtrasse zur Wohnbebauung könnten beliebig unterschritten werden.

In dem Antwortschreiben weist Meyer darauf hin, dass sich das Land für ein Höchstmaß von Erdverkabelungsoptionen einsetzt, gleichwohl sei man durch gesetzliche Vorhaben weitgehend entmachtet: „Daher sollten Sie lieber den Bund kritisieren, dass er weiterhin keine weiteren Erdverkabelungsoptionen öffnet, statt das Land,“ äußert sich der Minister.

Mit dieser Aussage ist Frank Vornholt alles andere als zufrieden: „Von der Landesregierung hätte ich mehr Engagement erwartet. Die alleinige Verantwortung an den Bund zu verweisen ist mir zu einfach,“ betonte er auf Anfrage des Meller Kreisblattes.

Gerade weil Niedersachsen doch offenbar zwingend eine Erweiterung der Erdkabeloptionen erreichen möchte, wäre hier die Chance zu einem deutlichen Signal gegenüber dem Bund gewesen. Im Sinne der Bürger hätte er - Vornholt - aus Sicht der Landesregierung einer gerichtlichen Überprüfung der ursprünglich geplanten Änderung gelassen entgegen gesehen: „Dies hätte auch die Glaubwürdigkeit der bisherigen Aktivitäten erhöht“, ist sich der Initiativensprecher sicher.

Er erwägt nun, den Landwirtschaftsminister und möglicherweise auch Ministerpräsident Stefan Weil zu einem persönlichen Gespräch einzuladen, um sich vor Ort über die Argumente auszutauschen.

Als positiv bewertet Vornholt unterdessen die von den beiden heimischen Landtagsabgeordneten Gerda Hövel und Martin Bäumer eingereichten parlamentarischen Anfragen zu diesem Thema.

Die Frage, warum das Land ihre Meinung zur Notwendigkeit von Mindestabständen zwischen Wohngebäuden und Höchstspannungsfreileitungen geändert hat, steht auch hier im Fokus. Eine Antwort auf das Schreiben vom 13. Oktober steht noch aus. Sie ist bis Ende des Monats zu erwarten.