Spanische Fachkräfte am Start Sprungbrett in Melle für neue berufliche Zukunft

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

2266 Kilometer liegen zwischen Vigo in Spanien und Melle im Grönegau. Und 20 Grad Temperaturunterschied: in Vigo 34 Grad und in Melle 14 Grad. Für Julio Dominguez und Ruben Andina sind beide Städte ihre Heimat, Vigo die alte und Melle die neue.2266 Kilometer liegen zwischen Vigo in Spanien und Melle im Grönegau. Und 20 Grad Temperaturunterschied: in Vigo 34 Grad und in Melle 14 Grad. Für Julio Dominguez und Ruben Andina sind beide Städte ihre Heimat, Vigo die alte und Melle die neue.

Wellingholzhausen. 2266 Kilometer liegen zwischen Vigo in Spanien und Melle im Grönegau. Und 20 Grad Temperaturunterschied: in Vigo 34 Grad und in Melle 14 Grad. Für Julio Dominguez und Ruben Andina sind beide Städte ihre Heimat, Vigo die alte und Melle die neue.

Die Geschichte der beiden Spanier gleicht der vieler ihrer Landsleute, die seit der Wirtschaftskrise ihr Glück in Deutschland suchen. Über ein Praktikum sind sie im Frühjahr 2013 in der Wellinger Firma Teledoor Melle Isoliertechnik GmbH gelandet. Das Praktikum war Teil ihrer Ausbildung zum technischen Zeichner. Der Landkreis Osnabrück hatte 19 spanische Praktikanten über ein europäisches Austauschprogramm an Unternehmen im Osnabrücker Land vermittelt. Zum Ende des Praktikums hatten beide schon einen Jahresvertrag in der Tasche.

Job mit Perspektive

Eine klassische Win-win-Situation: Teledoor suchte Fachkräfte, und Dominguez und Ruben suchten einen Job mit Perspektive. „Das war wirklich eine gute Sache mit den Praktika. Wir haben Fachkräfte bekommen, die hier Mangelware sind. Und die beiden sind super integriert“, sagt Veit Bowenkamp, Geschäftsführer von Teledoor. Er ist hochzufrieden mit dem Projekt des Landkreises und kann sich gut vorstellen, „weiter mitzumachen“.

Für Julio Dominguez und Ruben Andina war das Praktikum das Sprungbrett in eine neue berufliche Zukunft. Eine Zukunft, in der sogar eine unbefristete Anstellung möglich ist. Denn ihr Jahresvertrag wurde bereits um ein weiteres Jahr verlängert.

„Ich wollte von Anfang an hier bleiben, mich noch weiterbilden“, erzählt der 38-jährige Andina. Er ist Tischler und technischer Zeichner. Bei Teledoor arbeitet er in der Endmontage. Seine spanische Ausbildung zum technischen Zeichner hat er sich anerkennen lassen. Und sein Ziel ist es, irgendwann in diesem Bereich zu arbeiten.

Seine Freundin ist schon direkt nach dem Praktikum mit nach Deutschland gekommen. Sie arbeitet in Bissendorf und übersetzt für ihren Arbeitgeber die Korrespondenz mit spanischen und englischen Firmen.

Julio Dominguez ist nach dem Praktikum nach Osnabrück gezogen, in eine WG. Auch wenn Osnabrück keinen Strand zu bieten hat wie seine spanische Heimatstadt, fühlt er sich dort sehr wohl. Der Anfang war natürlich ein bisschen schwer. „Andere Kultur, anderes System und dann die Sprache“, sagt er. Aber er hat nette Kollegen und Freunde, die ihm beim Deutschlernen geholfen haben. „Jetzt bin ich ganz zufrieden“, stellt er fest.

Auch Dominguez hat in Spanien zwei Ausbildungen gemacht, erst zum Schweißer, dann zum technischen Zeichner. Bei Teledoor arbeitet er in der Schlosserei. Er ist für die Wellinger Firma häufig auf Montage, in Belgien, Luxemburg oder der Schweiz.

In Spanien wäre er, genau wie sein Kollege Ruben Andina, womöglich arbeitslos. „Es ist sehr schwer, eine Arbeit zu finden“, erzählt der 28-Jährige. Ruben Andina nickt und ergänzt: „Vor allem junge Leute haben es schwer. Wenn du noch keine Erfahrung hast, hast du keine Chance.“

Die Angst vor der Arbeitslosigkeit treibt viele Spanier um. Da erscheinen europäische Austauschprogramme wie ein rettender Anker. „Ich kenne sieben Leute von meiner früheren Schule, die interessiert sind, hier in Melle zu arbeiten“, erzählt Ruben Andina, der in seiner Heimat offenbar die Werbetrommel für Melle dreht.

Frank Bormann, Technischer Leiter bei Teledoor, kann sich gut vorstellen, weitere Fachkräfte aus Spanien zu beschäftigen. „Wenn das Profil passt, wie das bei Julio und Ruben der Fall war: Warum nicht?“

Hartwig Grobe, Wirtschaftsförderer der Stadt, hat bereits Kontakt zur Berufsschule in Vigo aufgenommen und hofft, auf dem Weg Fachkräfte für Meller Unternehmen anzuwerben. „Das muss sich aber noch entwickeln“, sagt er. Der erste Schritt ist jedoch gemacht.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN