Hirsch irrt Richtung Autobahn umher Damhirsch nach erneutem Ausbruch erlegt

Von Simone Grawe

Der Damhirsch, der am Samstag in Melle-Gerden eingefangen werden konnte, ist am Montag erneut ausgebüxt und musste erlegt werden. Dieses Bild zeigt ein Tier aus dem Tierpark Hannover. Foto: dpaDer Damhirsch, der am Samstag in Melle-Gerden eingefangen werden konnte, ist am Montag erneut ausgebüxt und musste erlegt werden. Dieses Bild zeigt ein Tier aus dem Tierpark Hannover. Foto: dpa

Melle. Doch kein Happy End für den Damhirsch, der nach einer zweiwöchigen Odyssee durch die Region am Samstag in Altenmelle eingefangen worden war: Ein Jagdpächter hat den zweijährigen Hirsch am Montagmorgen erlegt, nachdem er von dem Gelände im Industriegebiet in Gerden ausgebüxt und in Siedlungsgebieten Richtung Autobahn unterwegs war.

„Wahrlich eine traurige Geschichte. Es hätte eine andere Lösung geben können, aber es blieb nichts anderes übrig, als das Tier zu erlegen. Von ihm ging eine Gefahr aus. Es war nicht zu verantworten, dass der Hirsch länger umherirrte“, äußerte sich die Leiterin der Polizei Melle, Christiane Kanellopoulos-Bollrath; nachdem der Hirsch am frühen Morgen nach einer spektakulären Aktion erlegt worden war.

Wie berichtet, war das schon zum Abschuss freigegebene Tier nach rund zweiwöchigen Irrungen und Wirrungen durch die Region am Samstagmorgen eingefangen worden und verbrachte das Wochenende auf einem Industriegelände in Gerden. Die Polizei informierte den Eigentümer über den Verbleib und forderte ihn auf, den Hirsch bis Montagmorgen um 6 Uhr von dem Gelände abzuholen, berichtete Polizeihauptkommissarin Stefanie Pabst: Fakt ist, dass der Eigentümer erst ungefähr eine Stunde später eintraf, um das Tier abzutransportieren.

In der Zwischenzeit hatte den weiteren Angaben der Polizei zufolge jemand das Tor geöffnet des Betriebes geöffnet, was der agile Hirsch für einen Ausbruch nutzte. Er lief ziellos in Altenmelle umher. Im Bereich der Straße „Im Kleegarten“ fiel er einer Streifenbesatzung auf, als er sich in Richtung Autobahn Melle-Ost bewegte: „Die Kollegen haben noch versucht, den Hirsch einzufangen, doch immer wenn sie ihm zu nahe kam, machte er sich durch Vorgärten und über Hecken davon,“ schilderte Stefanie Pabst den ungewöhnlichen Einsatz. Es sei schlicht unmöglich gewesen, sich dem Damhirschen zu nähern, um ihn mit einem Betäubungspfeil unschädlich zu machen.

Nach Rücksprache mit dem Eigentümer informierten die Beamten wenig später den zuständigen Jagdpächter: „Der war nicht begeistert, aber es gab keine andere Möglichkeit. Er erschien unmittelbar am Wittekindsweg und erlegte den Hirschen“ führte die Polizistin aus. Noch am Vormittag hat der Besitzer das tote Tier abgeholt.

Der Damhirsch war vor rund zwei Wochen aus einem Freigehege in Bielefeld-Jöllenbeck entwichen. Am Samstag war er von der Polizei in Melle und Jägern auf ein umzäuntes Firmengelände getrieben worden, auf dem es eingesperrt war.

„Ein trauriges Ende, aber der Polizeieinsatz ist gerechtfertigt“, urteilte der Vorsitzende der Jägerschaft, Fritz Mithöfer. Er kritisierte das Verhalten des Eigentümers, denn der habe schließlich von Samstagmorgen bis Montagmorgen Zeit gehabt, das Tier abzuholen, was jedoch versäumt worden sein. Ähnlich bewertet auch Christiane Kanellopoulus-Bollrath den Vorgang: Die Beamten hätten keine andere Möglichkeit gehabt, so traurig der Ausgang auch sei.