Spannende Dorfgeschichte Schüler erforschen Brand in Neuenkirchen

Von Conny Rutsch

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Neuenkirchen. Unterricht als spannender Ortstermin. Die Schüler der Klasse 4a und b der Kantor-Wiebold-Schule erliefen sich am Donnerstag und Freitag ein Stück Dorfgeschichte.

Zusammen mit ihren Lehrerinnen und Hartmut Bodenstein vom Vorstand des Heimatvereins erarbeiteten sie das Thema des großen Dorfbrandes von 1883.

Sogar Fotos existieren von diesem einschneidenden Ereignis in Neuenkirchen, und auch Augenzeugenberichte, die der Heimatverein im Archiv hütet. Hartmut Bodenstein und Walter Kramm vom Heimatverein hatten im Vorfeld dieses Projektes in Zusammenarbeit mit den Lehrern der Kantor-Wiebold-Schule einen Rundgang durch Neuenkirchen erarbeitet, den die Lehrer schon vorher abgelaufen hatten.

Die Kinder fanden es toll, im Rahmen ihres Sachkundeunterrichts Heimatkunde auf eine spannende Weise erleben zu dürfen.

Aufregende Suche

Pola, eine Schülerin der Klasse 4b, fand es aufregend: „Wir haben das Grab der Frau auf dem Friedhof gesucht, die einen Tag nach dem Brand von einem Fensterkreuz der Kirche erschlagen wurde.“ Wie Hartmut Bodenstein den Kindern vorlas, trafen sich Neuenkirchener Bürger, um ihre Habseligkeiten vor dem Brand in der Kirche in Sicherheit zu bringen. „Und sie tratschten vor der Kirche, als das Fenster auf sie herunterstürzte“, berichtete er den Kindern.

Jule ist begeistert, dass sie jetzt weiß, wo die Grundschule früher stand. „Auf dem Parkplatz hinter dem Wollladen und dem Frisör wurden damals die Kinder unterrichtet“, erzählt sie. Und Mariann ist stolz jetzt zu wissen, dass bei dem fürchterlichen Brand Dächer explodiert sind: „Bei einem Schlachter flogen Speckscheiben durch das Dach“, erinnert sie sich nach dem interessanten Dorfspaziergang.

Nach dem Rundgang durften die Schüler auf einer großen Pinnwand ihre Eindrücke auf Zettel schreiben und anheften, nachdem sie im Heimathaus gleich neben der Kirche einen Kakao erhielten.

So aufregend und nachhaltig kann sich Heimatkunde darstellen, wenn die ehrenamtlich Tätigen des Heimatvereins in Zusammenarbeit mit der Schule die Dorfgeschichte auch für junge Schüler erlebbar machen.


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