Aktionen zum Weltspartag Sparen: Alte Tugend soll in Melle neu belebt werden

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Sogar DDR-Geld fand sich im großen Sparschwein, das seit Jahren eigentlich als Dekoration in der Sparkassen Schalterhalle stand. Marketing-Chef Klaus Wienke freut sich trotzdem. Foto: Michael HeckmannSogar DDR-Geld fand sich im großen Sparschwein, das seit Jahren eigentlich als Dekoration in der Sparkassen Schalterhalle stand. Marketing-Chef Klaus Wienke freut sich trotzdem. Foto: Michael Heckmann

Melle. Das Sparbuch – ein Auslaufmodell? Nein, betonten jetzt vor dem Weltspartag am 30. Oktober die Chefs von Volksbank und Sparkasse, Thomas Ruff und Frank Finkmann. In einem gemeinsamen Pressegespräch brachen sie eine Lanze für das rote (Sparkasse) und blaue (Volksbank) Sparbuch.

Das habe nichts mit Nostalgie zu tun, als noch fast jedes deutsche Kind ein Sparschwein besaß und es am Weltspartag voller Stolz zu seiner Bank oder Sparkasse trug, wo es geöffnet wurde und der ermittelte Betrag auf das Sparbuch kam. Heute stehe oft kurzfristiger Konsum im Vordergrund, sagten die beiden Bankmanager unter Hinweis auf die oft schon frühe Überschuldung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sparen sei und bleibe da nicht nur eine Tugend, sondern setze gerade bei Kindern und jungen Menschen einen Kontrapunkt. „Je früher die Kinder mit dem Sparen anfangen, umso einfacher ist es“, sagte Finkmann. Ruff ergänzte: Auch mit Kleinem kann man großes Erreichen.“ Sie verwiesen zudem auf die steigende Bedeutung, sich schon in jungen Jahren eine finanzielle Grundlage aufzubauen. Die diene später als Sicherheitspolster und – immer wichtiger – als Altersvorsorge.

Natürlich wissen Ruff und Finkmann, dass Sparen zurzeit für viele nicht „in“ ist. Die Bundesbürger sparten im Jahr 2013 durchschnittlich noch 9,1 Prozent ihres verfügbaren Einkommens, im Jahr 2010 waren es noch zehn Prozent. Die niedrigen Zinsen hätten zudem die Sparanreize abgeschwächt, und es fehle der frühere Zinseszinseffekt.

Dennoch stemmen sich Sparkassen und Genossenschaftsbanken gegen diesen Trend, den auch der Sparkassen- und Giroverband nach einer aktuellen Umfrage gerade den jüngeren Deutschen bescheinigt hat. „Das Sparbuch erlebt seit der Krise eine Renaissance, und 62 Prozent der Bundesbürger haben ein Sparbuch“, betonte Ruff. Auch Finkmann ist sicher: „Die Deutschen lieben das Sparbuch unverändert.“ Für Sparer stehe der Sicherheitsaspekt im Vordergrund, und da vertrauten die Deutschen den Genossenschaftsbanken und dem Sparkassensystem.

Daher haben beide Kreditinstitute zum 90. Jahrestag des Weltspartags Aktionen gestartet. Die Volksbank hat „Malkarten“ an ihre Kunden verschickt, deren Ergebnisse Anfang November ausgestellt und prämiert werden. Die Sparkasse versandte an die Kinder ihres „Knax-Clubs“ ein Bilderrätsel, bei dem ebenfalls Preise zu gewinnen sind.

Gemeinsam mit dem Meller Kreisblatt veranstalten Volksbank und Sparkasse noch einen ganz besonderen Wettbewerb: Wer bis 7. November in einer ihrer Filialen im Stadtgebiet alte ausgemusterte Sparschweine aller Art abgibt, kann auf den gewinnträchtigen Zuschlag einer Jury hoffen. Außerdem werden alle abgegebenen Sparschweine öffentlich ausgestellt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN