„Offen und trotzdem separat“ Bünder schätzen Atmosphäre in der Meller Bücherei

Von Norbert Wiegand

Alle vier Wochen kommen Helma und Rolf Meier-Rau extra aus Bünde nach Melle, um die Stadtbibliothek zu besuchen. Foto: Norbert WiegandAlle vier Wochen kommen Helma und Rolf Meier-Rau extra aus Bünde nach Melle, um die Stadtbibliothek zu besuchen. Foto: Norbert Wiegand

Melle. „Der Raum mit den Bücherregalen und Lesebereichen ist wunderbar offen, lichtreich und großzügig angelegt“, so erklären Helma und Rolf Meier-Rau, warum sie sich in der Meller Stadtbibliothek so wohlfühlen.

Das Bünder Ehepaar: „Die Tische mit den Stühlen sind so angeordnet, dass sich die Besucher ungestört und separat fühlen können. Wenn man die Augen von den Buchseiten hebt, hat man aber trotzdem das Geschehen in der ganzen Bücherei im Blick. An den Fensterplätzen kann man außerdem auch noch das äußere Treiben auf dem Platz unter der Bibliothek wahrnehmen.“

„Sprache nicht zu flach“

„Wir kommen ziemlich regelmäßig alle vier Wochen nach Melle, um die geliehenen Bücher zurückzugeben und neue auszuleihen“, erklärt Helma Meier-Rau (67). Die ehemalige Lehrerin war schon als Kind eine Leseratte und hat damals fast alles gelesen, was ihr unter die Augen kam.

„Die Sprache darf nicht zu flach sein“, hat sie aber im Laufe der Zeit Kriterien entwickelt, was lesenswert ist und was nicht. In der Meller Bibliothek schätzt sie vor allem die zahlreichen verfügbaren Neuerscheinungen und das breite Spektrum der Leseangebote. Helma Meier-Rau liest „querbeet“ aus allen Bereichen, insbesondere aber Literatur mit geschichtlichem Hintergrund.

Ihr Mann hat gegenwärtig eine „Vorliebe für skandinavische Krimi-Autoren, Peter May und alles, was spannend ist“. Derzeit liest er den „Medicus“ von Noah Gordon, bereits zum zweiten Mal. Aber auch Zeitungen und Zeitschriften finden stets das Interesse von Rolf Müller-Rau (73), darunter vor allem „Der Spiegel“, die „Süddeutsche Zeitung“ und „Die Welt“. „Seitdem ich lesen gelernt habe, spüre ich fast einen Zwang, alles zu lesen, was mir begegnet“, so beschreibt der Diplom-Ingenieur die frühen Wurzeln seiner Leselust. „Besonders freue ich mich immer über eine klare und präzise Sprache, das hat vielleicht etwas mit meinem früheren technischen Beruf zu tun“, sucht der Bünder nach Erklärungen für seine literarischen Vorlieben.

Für ihn als Ingenieur im Patentwesen ging es nämlich immer um möglichst präzise Beschreibungen von Produkten, Entdeckungen und Erfindungen. Was an Patenten schützenswert ist, müssen solche Beschreibungen auch 20 Jahre später noch exakt wiedergeben.