„Ein Porzefant im Elanladen“ „Fünf vor der Ehe“ mit 400 Zuhörern in Buer

Von Conny Rutsch

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Christian, Til, Tobi, Sascha (hinten, von links) und Martin (vorne in der Luft) sind „Fünf vor der Ehe“ und rockten die Martini-Kirche in Buer. Fotos: Conny RutschChristian, Til, Tobi, Sascha (hinten, von links) und Martin (vorne in der Luft) sind „Fünf vor der Ehe“ und rockten die Martini-Kirche in Buer. Fotos: Conny Rutsch

Buer. Kratzen, beißen, kuscheln. Ihr neues Album heißt „Tigerbaby“. Daraus und aus ihrem Fundus von über 60 Titeln begeisterten die Jungs der Gruppe „Fünf vor der Ehe“ mehr als 400 Zuhörer am Sonntag in der Martini-Kirche in Buer.

Tobi, Sascha, Martin, Christian und Til sind die perfekte A-cappella-Band ohne Band. Sie singen, spielen Schlagzeug, rocken mit Supergroove am Bass und so weiter und so weiter. Und sie brauchen für ihren perfekten Sound nur ihre Stimmen. Nein, das stimmt nicht ganz. Ihre Texte machen Spaß, bringen gute Laune, gehen unter die Haut.

Und ihr Lichtdesigner ließ das gesamte Kirchenschiff in Pink, Blau, Knallrot vom Altar bis zur Orgel leuchten: eine super Atmosphäre für diese jungen Männer, die ohne jegliche Instrumentenunterstützung seit Jahren für Furore sorgen.

Unprätentiös bescheiden und absolut publikumsnah schienen sie selbst über die euphorische Stimmung in Buer erstaunt.

Sie singen über Frauen, über Trennung und rühren zu Tränen. Sie singen lustige Wortspiele wie „Ein Porzefant im Elanladen“, sie lamentieren übers Internet: „die Vögel twittern von den Bäumen“ und machen Mut, nicht auf die Meinung von anderen zu schauen.

Stimmungsvolle Lieder

„Dtn-n-dtn“, das ist die Aussage von Sascha. Er hat eine Bassstimme, die in Erstaunen versetzt. Mit stimmgewaltigen Buchstabenfolgen sorgt er für den Groove und hat Ohrwürmer parat.

Vier Basstöne in einer Schleife gesungen, passen auf alle möglichen Hits, die das Radio dudelt, und Saschas vier Kollegen ließen es sich mehrmals nicht nehmen, diese anzusingen und für Mitmachstimmung zu sorgen.

Aber wie gesagt, sangen sich die fünf auch mit stimmungsvollen Liedern in die Herzen der Zuhörer. „Das wird mein Jahr“ mit nachdenklichen und doch fröhlichen Vorschlägen für das Leben oder „Werd niemals Musiker“ mit Tipps für den fürsorglichen Opa an seinen Enkel, was den Verdienst betrifft, trafen die Jungs den Nerv ihres Publikums.

Dass Christian aus einem heftig Dialekt sprechenden Teil des Ostteils der Republik stammt, schlachteten seine Mitsänger und er selbst völlig wertfrei aus. Und sein vor einer Woche geborener Sohn wurde in Buer nachgerade gefeiert.

Von Martinimusik-Organisator Matthias Breitenkamp war vor dem Konzert zu erfahren, dass der Name „Fünf vor der Ehe“ Programm ist: Jeder, der heiratet, erhält einen Nachfolger. Das ist schon zweimal passiert.

„Zum ersten Mal in Buer und nicht fünf vor der Kirche“, witzelte der Chef der Bueraner Musik in seiner Begrüßung.

Dass er mit dieser Gesangstruppe, die mit Pfeifen und Füßetrampeln zu Zugaben nicht wirklich animiert werden musste, generationsübergreifend für perfekte Konzertunterhaltung sorgte, muss eigentlich nicht ausdrücklich erwähnt werden.


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