St.-Marien-Kirche Orgel in Sondermühlen wird restauriert

Von Conny Rutsch

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Orgelbauer Mathias Johannmeier (links) und Kirchenmusiker Stephan Lutermann stehen im leeren Prospekt der Orgel in der Marienkirche in Sondermühlen. Foto: Conny RutschOrgelbauer Mathias Johannmeier (links) und Kirchenmusiker Stephan Lutermann stehen im leeren Prospekt der Orgel in der Marienkirche in Sondermühlen. Foto: Conny Rutsch

Sondermühlen. Die Orgel in der St.-Marien-Kirche in Sondermühlen trägt die Opuszahl 147, genauso wie die Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ von Johann Sebastian Bach. Ob das von Franz Breil im Jahr 1890 beabsichtigt war, als der Dorstener Orgelbaumeister das Instrument baute, bleibt dahingestellt. Fest steht aber, dass die einmanualige Orgel zurzeit pfeifenlos ist.

Ein Wasserschaden vom Turm aus, verbunden mit Schimmelbildung, und der Holzbock haben dem Instrument sehr zugesetzt.

Mathias Johannmeier, Orgelbauer aus Bad Essen, erklärt: „Von 1890 stammt der Prospekt der Orgel (das hölzerne Gehäuse Anm. der Redaktion) sowie das Pfeifenwerk, alles andere wurde schon in den 80er-Jahren erneuert.“ Und er fügt amüsiert hinzu, dass die alten Holzteile nicht von Wurm und Schimmel befallen sind. „Bei der Restaurierung benutzte man viel Splintholz, das wurmanfälliger ist“, sagte er.

Pfeifen werden gebadet

Kantor Stephan Lutermann weiß, dass das Instrument erst 1940 nach Sondermühlen kam und ursprünglich im Münsterland gespielt wurde. „Diese Orgel ist mit ihrem warmen Klang eine Rarität in Melle“, sagt er, „und kann als romantisches Pendant der Klausing-Orgel in St. Matthäus in Melle gelten.“ Nach der Restaurierung des Instrumentes möchte er der Gemeinde ihren Klang in einem Festgottesdienst vorstellen.

Orgelbauer Mathias Johannmeier hat jede der 826 Pfeifen einzeln aus dem Holzwerk hinausgenommen. „Jetzt werden sie gebadet, damit sie wieder sauber werden“, erklärt er. Die vorderen Prospektpfeifen, die vom Kirchenschiff aus zu sehen sind, sind aus Zink gefertigt. Die meisten anderen aus Zinnblei, zwei Register im Pedal aus Holz.

In ungefähr vier Wochen wird die Orgel fertig sein. Dann hat der Orgelbauer auch die beschädigten Holzelemente ausgetauscht. Damit die Luft nun besser um sie herum zirkulieren kann, wurden alle Holzwände um die Orgel herum entfernt.

Die Gottesdienste in der Marienkirche werden zurzeit mit einem elektronischen Instrument begleitet.


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