Armbänder häkeln Meller Kinder lieben Loom-Bänder

Von Michael Hengehold


Melle. Kunterbunte Gummikringel zieren Kinderarme auf der ganzen Welt. Loom-Bands sind der Trend in jedem Kinderzimmer. Dabei handelt es sich um Gummibänder in allen erdenklichen Farben, die meist zu Armbändern geflochten werden.

Herzogin Kate trägt sie, David Beckham ist Fan, und sogar Papst Franziskus kann nicht ohne sie – die Loom-Bands. Die bunten Gummiarmbänder sind derzeit aus keinem Kinderzimmer mehr wegzudenken.

Trend schon rückläufig

„Das war der Sommertrend, seit Mai geht das durch die Decke“, sagt Dirk Blaue vom Spielzeuggeschäft Hanke in Melle-Mitte, wo die bunten Bänder bereits seit Herbst 2013 angeboten werden, aber eine Zeit brauchten, bis sie zum Hit wurden. Möglich, dass ein Stand auf dem Geranienmarkt im Frühjahr den Trend mit angekurbelt hat. Seinerzeit konnten Interessierte sich dort kostenlos ein Probe-Armband basteln.

Erfunden hat den Gummiband-Trend vor gut vier Jahren der amerikanische Ingenieur Cheong Choon Ng. Bei ihm machte es „Klick“, als er seine beiden kleinen Töchter beim Spielen mit Haushaltgummis beobachtete. Doch die ersten Looms (deutsch: Webstuhl) waren ein Flop. Seine Töchter aber webten und häkelten weiter. Ng filmte sie und stellte die Videos ins Netz. Über das Internet verbreitete sich die Erfindung, und im Herbst 2013 war der Hype in den USA schon nicht mehr aufzuhalten.

Wer allerdings glaubt, die Bändchen seien ein Mädchentrend, liegt falsch. „Etwa 50/50“ sei das Publikum, bemerkt Blaue, Jungs bastelten aber eher Embleme von Fußballvereinen als Armbänder.

Das bestätigen die IGS-Schülerinnen Nele, Janina. Lina, Laura (alle 11), Fatima und Celina (beide 12). „Das ist der neueste Trend“, zeigt Celina begeistert ihren Untertarm vor. Die Jungs verarbeiten Schwarz und Gelb zum BvB-Logo, Mädels basteln farbenfrohe Tiere, Blumen, oder die kleinen gelben Minions. Und suchen online nach neuen Ideen wie dem Drachenschuppen-Armband.

Auch Jannes (12) ist Fan von den Loom-Bands. „Die kann man an Freunde verschenken und verkaufen“, erzählt er. Mittlerweile schafft er fünf Stück am Tag und arbeitet gerade an einem Hundehalsband.

Hochzeit schon vorüber

Bei Hanke sind die Verkaufszahlen allerdings schon wieder rückläufig. Zur Hochzeit gingen täglich 100 Tüten über den Tisch, jetzt seien es noch 20, so Blaue. Die Billig-Varianten sollen allerdings angeblich krankmachende Weichmacher enthalten, Käufer sollten daher auf die Prüfsiegel (CE-, TÜV- und GS-Siegel) achten.

Über Scubidu-Bänder (auch: Scoubidou), den Trend 2012, redet übrigens keiner mehr.