Glauben und glauben lassen Kirchenkabarett mit Erna Schabiewsky in Wellingholzhausen

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Schlimme Albträume hat Erna Schabiewsky. Gottesdienst auf Schalke? Das ist für die Dortmunderin unmöglich. Foto: Christina WiesmannSchlimme Albträume hat Erna Schabiewsky. Gottesdienst auf Schalke? Das ist für die Dortmunderin unmöglich. Foto: Christina Wiesmann

cew Wellingholzhausen. Na so was! Erna Schabiewsky, überzeugte Dortmunderin und Kirchgängerin mit Leib und Seele, war am vergangenen Samstag im Fachwerk 1775 zu Gast. Mit flottem Pepitahütchen, die Bluse hochgeschlossen, erzählte sie aus ihrem Alltag als gläubige Katholikin. Und der ist, zugegeben, gar nicht so langweilig.

Mit ihrem Kirchenkabarett-Programm „Die Letzte macht das Licht aus!“ kam Ulrike Böhmer anlässlich des Meller Kulturherbstes nach Wellingholzhausen. „Wir wollten sehr gerne, dass sie zu uns kommt“, verriet Gisela Placke vom Literaturkreis des Fachwerks. Dabei schmunzelte sie: „Das Programm ist wirklich gut.“

Davon überzeugen wollten sich die 100 Zuschauer gerne selbst. Ob das tatsächlich gelungen ist?

Ulrike Böhmer, ausgebildete Gemeindereferentin, schlüpft auf der Bühne in ihre Paraderolle als Erna Schabiewsky. Rote Strickjacke, roter Rock und flotte Kniestrümpfe – so weit, so gut. Doch was ist daran so besonders?

Erna ist nah dran am Geschehen, immer mittendrin dabei. Im Fachwerk 1775 begrüßte sie erst einmal ordentlich das Publikum und stellte Gemeinsamkeiten fest. „Ach guck, Sie kennen sich also in Dortmund aus“, freute sie sich über einen Zuschauer in den hinteren Reihen.

Ernst und mit ausladenden Gesten erzählte sie anschließend von dem dramatischen „pastoralen Fusionsgedöns“, das ihren geliebten Sonntag komplett durcheinander brachte. Denn nun gehört „ihre“ Kirchengemeinde doch tatsächlich einem Verbund an: „Mit Castrop Rauxel und Wanne Eickel“, empörte sich die Dortmunderin, „das muss man sich mal vorstellen!“ Doch das war nicht alles, was der Kirchgängerin Sorgen machte.

„Ich hab schon Alträume, dass ich demnächst nach Schalke in die Kirche muss“, gruselte sie sich. Das Publikum war durchweg begeistert und konnte sich das Lachen partout nicht verkneifen. Warum auch? Das Programm begeisterte und erheiterte, nahm mit einem Augenzwinkern Alltägliches auf die Schippe und erzählte auf amüsante Weise aus dem gemeinsamen Leben mit der Kirche und all ihren sagenumwobenen Facetten.

Ohne moralisch erhobenen Zeigefinger, dafür mit einer ordentlichen Portion „ruhrpöttlerischem“ Humor, unterhielt Erna Schabiewsky die Zuschauer. An diesen lustigen Abend wird sich das Publikum garantiert noch lange zurückerinnern. Erna sei Dank.


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