Ziegenbock zieht Kutsche Zertifikat für Arche-Hof am Sunderbrook in Buer

Von Conny Rutsch

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Buer. Prinz, der weiße Ziegenbock, zog eine kleine Kutsche mit zwei Meißner Widdern. Diese ließen die Schlappohren hängen, aber nicht aus Unmut, sondern weil das zu der Rasse dieser bedrohten Kaninchen gehört.

Für ihr Engagement für Haustierrassen, die auf der Roten Liste stehen, erhielt die Hofeignerin des Reiterhofes am Sunderbrook am Samstag in Buer das Zertifikat für einen Arche-Hof . „Es fing alles mit den Schnecken an, die in meinem Garten ihr Unwesen treiben“, erzählt Michaela Krüger. Sie fand heraus, dass nicht nur die viel gepriesenen Laufenten die ungeliebten Gäste im Garten fressen, sondern alle Enten. Und so schaffte sie sich Pommernenten an, die auf der Roten Liste der alten Haustierrassen stehen. Für die Pferdewiesen ihres Reiterhofes brauchte sie Weidepfleger. „Weil sie in unsere Gegend gehören, fressen nun die Bentheimer Landschafe all das, was die Pferde stehen lassen“, sagt die Hofeignerin.

Bereicherung für den Ort

Und damit war die Liebe zu den fast vergessenen Haustieren geboren. Michaela Krüger bildete sich mithilfe der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen mit Sitz in Witzenhausen fort. „Dort liegen wichtige Genreserven für die bedrohten Nutztiere“, erläutert sie.

Aus einer privaten Zucht holte sie sich die stämmigen kleinen Pferde mit dem typischen Aalstrich auf dem Rücken, die als Dülmener Wildpferde bekannt sind. „In diesem Jahr war ich mit einer Stute und ihrem Fohlen zur Präsentation sogar auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin“, sagt sie.

Diese robusten Pferde machten die Anerkennung für ihren Arche-Hof perfekt, denn zu den Kriterien gehört auch die Zucht einer Großtierrasse. Die Ostfriesischen Silbermöwen gehören ebenso zu den bedrohten Haustierrassen. Sie haben wohl mit dem Meeresflieger außer der Farbe keinerlei Ähnlichkeit. „Es sind Zweinutzungshühner“, erklärt Michaela Krüger.

„Nachdem sie zwei Jahre lang sehr schmackhafte Eier gelegt haben, geben sie auch ein ordentliches Suppenhuhn.“ Geschmacksintensives Fleisch zeichnet die alten Nutztierrassen aus. Etwa 50 dieser Rassen sind in Deutschland vom Aussterben bedroht. Die aktive Zuchtarbeit eines Arche-Hofes trägt zum Erhalt dieser Rassen bei, die den einseitigen Zuchtzielen der modernen Tierproduktion nicht mehr gerecht wurden. Und so konnte Rudi Gosmann von der Regionalgruppe der Arche Nord-West das Arche-Hofzertifikat an Michaela Krüger überreichen.

Auch Ortsbürgermeister Wilhelm Hunting lobte das Engagement der Landwirtin als Bereicherung für den Ort. Und während Prinz am Zügel von Kathleen Pinkert den Miniwagen über den Hof zog, erfreuten sich die Besucher am Bauernmarkt mit Mittelalterflair und fröhlichen Reiterspielen auf dem frisch zertifizierten Arche-Hof.


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